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Wieder einmal versucht sich Lucio Fulci an einem gerade in Italien interessant zu werdenden Filmgenre und präsentiert uns hier seinen ersten von zwei reinen Gialli, die er Anfang der 70er Jahre vollendete. Aber nicht, dass er einfach auf einen fahrenden Zug aufspringt...nein, auch hier vermag der spätere Splatterfilmer dieser Gattung seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Wunderbar halluzinatorische Bilder gleich zum Anfang, die völlige Ahnungslosigkeit der Hauptakteurin, die sich nie sicher ist, ob sie sich nun in einem Traum befindet oder in der realen Welt, und ein sich immer weiter aufbauender Spannungsbogen, der uns zum (für einen Giallo natürlich überraschenden) Finale führt.

Auch hier sieht man einmal mehr, dass der Italiener einer der kompetentesten Filmemacher seiner Zunft war und weitaus mehr zu bieten hatte als Zombies und sonstige Untote. Dass der Streifen hier und da mal seinen Faden zu verlieren scheint, ist auch seiner dramaturgischen Erzählweise geschuldet und wird durch die hervorragenden Darsteller mehr als wett gemacht.

Da ist zum Einen wieder einmal Jean Sorel, der den zweifelnden Mann darstellt und nicht recht weiß, wie er handeln soll. Etwas mehr Probleme hatte Fulci anfangs noch mit der gebürtigen Brasilianerin Florinda Bolkan, die ihm zu Beginn der Produktion mit ihrer Art gleich den Wind aus den Segeln nahm und sich dann sehr gut mit dem Regisseur verstand. Sie verleiht unserer Protagonistin eine sehr selbstbewusste und weibliche Erotik, die dem Film-ähnlich schon wie in Perversion Story-sehr viel Platz einräumt.

So bleibt am Ende ein kleiner Giallo, den kaum jemand kennt und den sich nicht nur jeder Fulci-Fan einmal zu Gemüte führen sollte. Denn A Lizard In A Woman's Skin (so der englische Titel) gehört eindeutig zu den besseren Vertretern dieses Genres.

8 / 10 Punkte

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