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Carol (Florinda Bolkan) ist eine spießige, wohlhabende, aber sexuell unausgeglichene und unter Depressionen leidende Lady der Oberschicht. Abwechselnd plagen sie Alpträume und Schlaflosigkeit. Eines Nachts ersticht sie im Traum ihre Nachbarin Julia, eine ausschweifend lebende Hippiebraut. Am darauf folgenden Tag ist die Nachbarin wirklich tot, ermordet auf die exakt gleiche Weise wie im Traum. Die Polizei wird auf Carol aufmerksam und nimmt sie unter die Lupe. Ist Carol tatsächlich verrückt und kann Traum und Realität nicht mehr von einander unterscheiden oder ist sie selbst Opfer einer großen Verschwörung?

LIZARD IN A WOMAN'S SKIN - einer von Lucio Fulcis früheren Werken, lange vor WOODOO, THE BEYOND und seinem "Glockenseil-Zombie". Anfang der 70er surfte der Italiener noch wie so viele Andere auf der Krimi-Welle. Verglichen mit den Frühwerken von Argento fielen Fulcis Filme aber schon immer billiger, aber auch brutaler aus. Der Gore trägt bereits unverkennbar die Handschrift des Meisters. Geboten werden z.B. ein Messer in einer Titte und aufgeschlitzte Versuchslabor-Hunde [Wegen Letzteren musste sich Fulci tatsächlich vor Gericht verantworten, da die FX zu realistisch aussahen]. Diverse leicht bekleidete Damen und ein bisschen Lesben-Gefummel sorgen für prickelnde Erotik. Hauptdarstellerin Florinda Bolkan (DON'T TORTURE A DUCKLING, ERMITTLUNGEN GEGEN EINEN... ERHABENEN BÜRGER) behält ihre Kutte aber den ganzen Film über an. Schade. Jean Sorel (NACKT ÜBER LEICHEN), der ihren Ehegatten spielt, trägt einen graumelierten, in Gips gegossenen Seitenscheitel auf der Birne.

Die Frage, wie es zu dem Verbrechen kam und wie es um Carols Geisteszustand bestimmt ist, beschäftigt anfangs ganz ordentlich, verliehrt aber nach und nach an Pepp, zumal die Ermittlungen der Polizia nur schleppend vorankommen. Gegen Ende bedient sich Meister Fulci noch am Giallo-Genre und lässt die schizoide, paranoide oder vollkommen gesunde Carol von einem vermummten Motorrad-Fritzen verfolgen. Die finale Auflösung fällt ziemlich mau aus. Da ist Fulci wohl irgendwie die Inspiration flöten gegangen.
Was den Film aber ganz ansehnlich macht, sind sein psychedelischer Touch und die halluzinogenen LSD-Täume unserer Protagonistin. Zwei zugedröhnte Hippies, die Zeuge des Mordes sind, sorgen auch für die Titelgebung. Der Mörder war ihren Angaben zufolge ein "Lizard In A Woman's Skin".

Eidechse in Frauenhaut: (+)(-)(-)(-)(-)
Fulci im Giallo-Gewand: (+)(+)(+)(-)(-)

Fazit:
Nette Krimistory mit einigen wenigen gelungenen Elementen. Wenn er nicht von Fulci wäre, würde aber wahrscheinlich kein Hahn danach krähen.

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