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Ich bin ein riesiger Fan von Filmen, denen Kevin Spacey seine sehr eigene Note verpasst. Das Leben des David Gale ist ebenfalls einer dieser Filme.Im Film geht es um den Hochschulprofessor, der eigentlich alles im Leben erreicht hat. Gale, der ein engagierter Gegner der Todesstrafe ist, versucht mit allen Mitteln darauf aufmerksam zu machen, dass die Todesstrafe keinen Sinn hat. Dann wird ihm jedoch ein Mord an seiner Kollegin Constance vorgeworfen. Da sich die lokale Zeitung eine Exklusivstory mit dem zum Tode verurteilten David Gale gesichert hat, besucht eine Reporterin ihn in seinem Gefängnis um sein Leben revue passieren zu lassen.

Wie man sich fast schon denken kann, spielt Kevin Spacey einen hervorragenden Part als eigentlicher Hauptcharakter. Jegliche Gefühle sehen glaubwürdig aus und man kann der Person David Gale wahrhaftig nachempfinden was sie gerade fühlt. Durch Spaceys ausgezeichnete Mimik und Gestik erlangt der Film schauspielerisch eine höhere Ebene, eben als ob ein zum Tode Verurteilter wirklich seine Lebensgeschichte preisgibt. Kevin Spacey fährt hier wieder sein gesamtes schauspielerisches Repertoire auf und kann so durchweg überzeugen und glänzen. Auch andere Schauspieler wie zum Beispiel Laura Linney als Constance oder der Anwalt von David Gale, gespielt von Braxton Belyeu, können durchweg überzeugen und selbst der Praktikant der Zeitung wird glaubwürdig, weil immer auf Action und eine hammer Story aus. Als einzige fehlinvestition fällt hier Kate Winslet, welche die Reporterin darstellt ins Auge. Zwar versucht sie nach all ihren Möglichkeiten den Charakter gut rüberzubringen, erreichen tut sie aber nur das Gegenteil. Während sie manchmal geschockt über manche Szenen sein soll, fallen ihre Heulkrämpfe dem Zuschauer häufig negativ auf und dabei geht der Ernst der Sache sehr schnell verloren.

Eigentlich schade, denn die Geschichte über den vermutlichen Mord des David Gale ist spannend und abwechslungsreich inszeniert worden. Während man Anfangs sehr voreingenommen ist, kommt im Laufe des Films immer mehr Sympathie für den Angeklagten herüber. Fast wie in The Green Mile wird hier mit der Abhandlung mit den von der Gesellschaft ausgesoßenen umgegangen. Als Zuschauer weiß man irgendwie dass er unschuldig ist, aber es einer Masse, die ohne nachzudenken "Tod" schreit, beizubringen ist ein sehr schweres Unterfangen. Um bei dem Film über 2 Stunden bei Laune zu halten hält sich die Geschichte an bewahrte Twists und serviert dem Zuschauer damit immer wieder neue Fakten und Gesichtspunkte um ihn so zu verwirren und zum nachdenken anzuregen.

Der letzte positive Kriikpunkt ist die politische Richtung die dieser Film einschlägt. In Amerika gibt es bekanntlich immer noch einige Staaten die vieles auf die Todesstrafe setze. Mit diesem Film wird eindeutig "Werbung" gegen diese Art der Bestrafung gemacht. Während Anfangs vorallem durch die Verhalten der Familienmitglieder der Verstorbenen an die Gefühle der Zuschauer appelliert wird, kommt es zum Schluss zu einer rigurosen Auseinandersetzung mit dem Gesetz. Thriller mit einer Partie Kritik sind immer gern gesehen, aber auch nur von denen, die dieser Kritik voll und ganz zustimmen. So wäre die Film-Kritik eines amerikanischen- für- die-Todesstrafe-Kandidaten wohl etwas anders aussehen als meine.

Guter Durchschnittsthriller, mit einer direkten Kritik an die politische Situation in Amerika. Genialität blitzt durch einen super aufgelegten Kevin Spacey ab und zu durch.

Fazit:
+Kevin Spacey
+Interessante Geschichte mit vielen Hin und Hers
+kritische politische Einstellung

-nicht überzeugende Kate Winslet

GESAMT: 7/10

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