David Gale, ein angesehener Philosophieprofessor und engagierter Gegner der Todesstrafe, wird wegen eines Mordes, den er nicht einmal bagangen hat, verurteilt und die Reporterin Bitsey Bloom ist seine letzte Hoffnung.
Die Story ist nicht schlecht, erinnert vor allem im Mittelteil mehr an einen Thriller, als an ein Drama und hat viel Gefühl und Dramatik. Wendungen gibt es einige, die zum Großteil geschickt sind, wobei ich die finale Wendung, dass es ein Selbstmord war und die Frau dadurch beweisen wollte, dass auch Unschuldige zum Tode verurteilt werden, finde ich ein bisschen übertrieben und überkonstruiert.
Die Umsetzung ist ebenfalls ordentlich gelungen. Die Filmmusik stimmt und technisch ist der Film ebenfalls sauber inszeniert. Der Anfang ist gut, der Mittelteil, in dem Gale seine Geschichte erzählt, ist etwas langatmig, dafür ist das Finale sehr spannend und schwer zu schlucken. Dass Gale unschuldig stirbt ist sehr geschickt, weil der Film ansonsten überhaupt nicht zum Nachdenken anregen würde und so schnell wie "ein wahres Verbrechen" vergessen wäre, bei dem Clint Eastwood den Verurteilten in letzter Sekunde rettet.
Die Charaktere haben Tiefe und sind sauber konstruiert worden: Gale ist Alkoholiker und will am Ende auch sterben, obwohl er unschulig ist. Er wirkt wie ein gebrochener Mann, da er sowohl seine Familie, als auch seine beste Freundin verloren hat. Er bleibt immer konsequent und wird am Ende zum Märtyrer. Bloom ist eine sehr ehrgeizige Reporterin, die zu ihren Grundsätzen steht. Sie riskiert für die Wahrheit sogar ihr Leben, weswegen Gale sie ausgesucht hatte. Constance Hallaway ist ebenfalls eine engagierte Todestrafen-Gegnerin, die einen komplizierten Selbstmord begeht, da sie sowieso totkrank war und so beweisen wollte, dass jemand für diesen Selbstmord zum Tode verurteilt wird. Ursprünglich hatte sie einem Freund das Selbstmord-Video übergeben, damit er dies nach der Verurteilung vorzeigen kann, allerdings wartet der Freund bis zu Gales Tod, um das ganze zu dramatisieren. Sie hätte niemals gewollt, dass ihr guter Freund David Gale für sie stirbt.
Dem Film wird von manchen vorgeworfen, dass er dass Thema Todesstrafe sehr oberflächlich behandeln würde, was aber nur bedingt der Fall ist. Gale als Märtyrer sterben zu lassen ist sicherlich theatralisch und übertrieben heroisch, hätte man ihn jedoch am Leben gelassen, wäre der Film nur ein durchschnittlicher Justiz-Thriller geworden. Man hätte die Hinrichtung meiner Meinung nach aber zeigen müssen, oder zumindest Szenen, die bezeugen, wie grausam dieser Akt eigentlich ist, aber hier ist der Film leider nicht konsequent genug. Aber ich denke durchaus, dass er weit genug in die Tiefe geht und zumindest die Argumente für und gegen die Todesstrafe sauber auf den Tisch legt, dabei aber nicht ganz ohne Gut-Böse-Klischees auskommt.
Kevin Spacey spielt David Gale herrausragend und beweist, dass er zurecht einer der besten Darsteller aller Zeiten ist. Er spielt die Rolle in jeder Szene perfekt und man sieht ihm an, dass er die Botschaft des Films ernst meint. Dies gilt auch für Kate Winslett, die Bitsey Bloom spielt. Sie spielt die ganze Zeit über konzentriert und stark, man nimmt ihr die Rolle voll und ganz ab.
Zusammenfassend ist "das Leben des David Gale" ein spannendes Justiz-Drama über die Todesstrafe, dass durch eine starke Handlung, durch gute Charaktere und durch herrausragende Darsteller überzeugen kann. Leider fehlt dem Film die letzte Konsequenz zum Meisterwerk.