Eddie Romero, 2. Teil... 1968 fiel mit "Brides of Blood" nun endlich der Startschuss zur Blood Island-Trilogie, "Blood Creature" und Al Adamson´s indirektes Sequel "Brain of Blood" nicht mitgerechnet. Romero und sein Regisseur Gerardo de Leon haben hier wohl den Prototyp eines Trash-Movies geschaffen: eine ultra-schrille Kreatur, exotische Settings, toupierte Damenfrisuren... und einen Schuss Langeweile.
Die Story ist schnell erzählt: Eine handvoll Ami-Wissenschaftler kommt nach Blood Island, um dort die mutierte Tier- und Pflanzenwelt zu untersuchen. Als bald findet sich das Trio in einem mystischen Kult wieder, bei dem unschuldige Jungfrauen einem bizarren Monster geopfert werden müssen...
War der Vorgänger "Blood Creature" noch ein ernzunehmend-düsteres Grusel-Vehikel, so ist man mit "Brides of Blood" nun endlich in vollendeten Trash-Dimensionen angekommen: ein Monster, das aussieht wie ein riesiger grüner Schleimtropfen aus Gummi und Latex, eine blonde Marilyn Monroesque Schlampe, schlingpflanzenartige Gewächse mit Appetit auf Menschenfleisch, eine "American Werewolf"-ähnliche Transformation - das alles hört sich nach einer Offenbarung für Trash-Fans an. Ist es auch - zur Hälfte. Fakt ist, dass "Brides of Blood" viel Spaß machen kann. Fakt ist aber auch, dass man für den Streifen einiges an Sitzfleisch braucht, denn er hat leider nicht nur an einer Stelle filmischen Leerlauf zu bieten.
Addiert man aber die guten Komponenten zusammen, so hat man einen echten Mini-Klassiker des absonderlichen Kinos: die Settings sind schön gewählt, Hauptdarstellerin Beverly Powers ist ein echter Eyecatcher und das flammende Finale - inklusive anschließendem Paarungstanz - wirklich furios. Möchte gar nicht wissen, wie viele spätere Werke - einschließlich Trash-Schmiede Troma - aus diesem Werk hier zitieren... Der Streifen selbst bezieht seine Einflüsse aus dem Ami-Horror der Fünfziger sowie pulpigen Sachen wie "Wild Women of Wongo" und Co.
Fazit: Mainstreamer und Movie-Snobs werden mit "Brides of Blood" überhaupt nix anfangen können, eingefleischte Trash-Fans hingegen können gerne mal eine Blick riskieren. 7 von 10 Punkten.