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Regisseur Steven Soderbergh, bekannt durch die recht intelligente "Oceans" Reihe, schickt uns hier auf eine sehr sonderbare Reise. Einen Science fiction Psychothriller im Stile von "Sphere" habe ich erwartet, doch zu sehen gab es eine eher halbgare, tragische Science fiction-Mystery-Romanze.

George Clooney wandelt hier als depressiver Psychologe Chris Kelvin. Er wird beauftragt merkwürdige Vorfälle auf einer bemannten Raumstation Nahe des Planeten "Solaris" aufzuklären. Die noch lebende, zweiköpfige Crew wirkt äusserst verängstigt und verwirrt. Der Grund sind manifestierte Trugbilder in Form von Angehörigen der Personen, die aber entweder auf der Erde zurück geblieben oder tot sind.

Was sich bis dahin recht interessant liest verliert sich in fast der gesamten Spieldauer in ein langwieriges Beziehungsdrama der Hauptdarsteller. Und dieses ist leider noch nicht mal mehr sonderlich spannend oder einfallsreich gestaltet, sondern besteht nur aus Schuldzuweisungen und Missverständnissen. Die beiden anderen Crewmitglieder gehen dabei beinahe so sehr unter, dass man sie schon fast als hätte raus rationalisieren können.
Der eigentlich Plot, wo kommen diese "Trugbilder" und was sind sie genau, wird nur sehr kurz behandelt und lässt im Endeffekt mehr Fragen offen als Antworten zu geben. OK, gerne bilde ich mir als Zuschauer eine eigene Interpretation, hierfür gibt es aber viel zu wenige Hinweise um sich selbst etwas plausibles zu konstruieren.

Die Atmosphäre ähnelt sehr dem Klassiker "2001". Die Umgebungen wirken sehr steril, musikalische Untermalung wird eher selten benutzt und wenn dann nur in ruhiger Form. Auch die philosophischen Ansätze sind enthalten, vom Thema geht es allerdings in die Richtung: "Wie sehr liebe ich ein unbekanntes Phänomen, dass genauso aussieht wie eine geliebte Person und sich ebenfalls so verhält?"
Effekte gibt es nur sehr wenige und keine die in irgendeiner Hinsicht in Erinnerung bleiben. Gerade hier hätte man noch ein wenig was an Abwechslung wettmachen können.
Zu bemängeln sind die, besonders zu Beginn vielzähligen, schnellen Schnitte wobei die Übersicht verloren geht. Ebenso der konfus konstruierte Aufbau der Erzählweise und Schluss des Flims.

Die Charaktere bleiben durchgehend farblos. Die Versuche durch einige Rückblenden das Beziehungsdrama der Hauptcharaktere zu intensivieren schlägt völlig fehl, denn ausgerechnet hier bedient man sich billiger Klischees.
Schauspielerisch ist mir nur George Clooney selbst aufgefallen, der seine für ihn ungewöhnliche Rolle als depressiven Arzt zwar meistert, aber ebenso deplatziert wirkt. Ebenfalls etwas bekannter ist Viola Davis aus der TV-Serie Without a Trace - Spurlos verschwunden. Zu erwähnen ist noch Natascha McElhone als suizidgefährdete Rheya und Frau von Chris Kelvin bzw. als Trugbild, den Rest Stelle ich mal leichtfüßig als Statisten ab.

Zirka 90 Minuten gnadenlose Langeweile lassen mich "Solaris" die schwächste Note geben. Von Spannung oder Dramatik keine Spur zu sehen. Interpretationsmöglichkeiten gibt es viele und genau hier liegt das Problem. Irgendetwas das hängen bleibt... ja! Bloß nicht nochmal gucken.

1 / 10

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