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Als Tarkovsky Fan habe ich mich auf diesen Film gefreut. Als kleiner Bewunderer von Soderbergh war ich gespannt drauf. Was ich gesehen habe, hat mir gefallen.

Solaris sieht nicht wie ein Soderbergh Film aus. Es gibt nicht tausend Schnitte und es gibt nicht viel Coolness und das bedeutet, dass er sich doch an Tarkovskys Arbeit orientiert. Lieder hat er die Story arg verkürzt, weshalb er nur etwa 90min läuft. Kann man Soderbergh aber verzeihen.

Wir brauchen heute mehr solcher Filme wie Solaris. Filme, in denen es um Menschen geht, und nicht um Explosionen. Solche Filme machen kein Geld, aber sie machen mich glücklich. Solaris sieht natürlich sehr schön aus. Die Farben gefallen und die Rückblenden sind sehr gelungen. Soderbergh Fans sind vielleicht von den langsamen Inszenierung enttäuscht. ich halte sie jedoch für notwendig.

Mein Kollege Sir.Craven fand den Film eher langweilig. Das verstehe ich. Er mag schnell geschnittene Actionfilme. Und schnell geschnittene Filme überhaupt. Aber das Leben ist halt so scheiß langsam und man kann nicht vorspulen. Das haben frühere Filmemacher verstanden und langsame Filme gedreht. Heute ist alles teuflisch schnell gepact, um dem Publikum zu gefallen. Ridley Scott findet das gut und verkürzt sein Alien. Schäm dich, Ridley!

Was aber ist in Solaris passiert. Hier meine Erklärung: Clooney fühlt sich am Tode seiner Frau schuldig. Er will nicht mehr mit dieser Schuld leben und gibt sein Leben, in der Hoffnung, oder was auch immer, bei seiner Frau zu bleiben, die gar nicht real ist, aber das soll uns nicht weiter stören. Und der Planet Solaris, anscheinend Gott, nimmt Cloones Leben, akzeptiert sein Opfer, womit der Tod seiner Frau beglichen ist, und gibt den Verliebten eine zweite Chance.

Ja, das ist ziemlich ekelhaft und religiös, aber der Film ist nun mal gelungen. 9 von 10 Punkten

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