Review

Grausam, langweilig, einschläfernd...

Es gibt tatsächlich viele Worte, die diesen Film beschreiben, aber keines passt so gut wie: Gruselig! Mit George Clooney in der Hauptrolle und Steven Soderbergh als Regisseur kann der Film mit recht klingenden Namen aufwarten, mit mehr aber leider auch nicht.

Story:
Chris Kelvin (George Clooney) wird beauftragt ein paar mysteriöse Vorfälle auf einer Raumstation nahe des Planeten "Solaris" aufzuklären. Dort angekommen findet er aber nur noch 2 lebende Besatzungsmitglieder, die auch noch geistig ziemlich verwirrt zu sein scheinen. Sie berichten ihm von der psychischen Einflussnahme des Planeten und tatsächlich macht sich selbige nun auch bei Kelvin bemerkbar. Von nun an beginnt eine Reise in Chris' Psyche und seine Vergangenheit.

Tja, das klingt natürlich spannend, ist es aber nicht. Der Film wirft zwar jede Menge Fragen auf, klärt aber so gut wie keine von ihnen. Es wird krampfhaft versucht mit philosophischen bis chronisch langweiligen und bedeutungslosen Dialogen die Story voranzubringen. Das funktioniert aber zu kaum einem Zeitpunkt des Films. Der Versuch eines Spannungsaufbaus scheitert schon am Beginn dieses Streifens. Wie soll das auch klappen, wenn alle ständig nur um den heißen Brei reden und nie Klartext gesprochen wird?

Die beiden noch lebenden Crewmitglieder verlieren sich während des Films in der Bedeutungslosigkeit. So geht es fast nur um Dr. Kelvin und seine inzwischen zurückgekehrte tote Frau. Mir bleibt unbegreiflich wieso der gute Chris nicht begreifen will, dass sie nur eine Projektion ist. Sie befinden sich schließlich in einer Raumstation und seine Frau liegt auf der Erde begraben. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von den Toten aufersteht, sich in ein Raumschiff setzt und zu ihm fliegt? Naja, aber das lässt sich bestimmt mit dem Einfluss von Solaris erklären.

Ansonsten erfährt man einige Dinge aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Dazu muss ich bemerken, dass da mal wieder eine meiner Lieblingsszenen aus verschiedenen Filmen verwendet wurde, denn Chris lernt seine Frau in einer Bar kennen und welch Wunder, sie landen schon am ersten Abend im Bett und es wird noch eine richtige Beziehung daraus!
Liebe auf den ersten Blick? Das könnte ich natürlich vermuten, wenn ich diese Szene nicht schon zig mal in anderen Filmchen gesehen hätte.
Während Chris das erste Duplikat seiner Frau noch ins Weltall jagt, glaubt er beim Zweiten schon an dessen Echtheit. Das Lustige an der Sache ist, dass nun auf einmal das Duplikat Selbstzweifel bekommt und sich umbringen will. Grund? Der bleibt offen. An dieser Stelle des Films plätschert die Story seit etwa einer halben Stunde nur noch vor sich
hin. Spannung kommt hier überhaupt nicht mehr auf. Es herrscht nur noch gähnende Langeweile.

Des Weiteren glaube ich, dass Clooney (der Typ, der sich sein Haus mit einem Schwein teilt und mit über 40 immer noch Junggeselle ist) wohl der Falsche für die Figur des trauernden Ehemannes war. Andererseits hat er aus Emergency Room - Zeiten ja Erfahrung mit der Rolle des Arztes.

So bleibt festzuhalten, dass es sich bei diesem Machwerk mal wieder um ein seelenloses Hollywoodprojekt handelt, nichts weiter als ein überflüssiges Remake, entstanden wahrscheinlich aus der Geldgier einiger Produzenten. Umso schöner ist es, dass dies gründlich in die Hose gegangen ist.

Abschließend bleibt anzumerken, dass der eigentlich Höhepunkt des Filmes erst nach 90 Minuten mit dem Abspann beginnt. Der überbietet diesen öden Streifen nämlich an Abwechslung und Spannung.

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