"Ein Gaucho als Yojimbo"
Marco Russo kommt aus dem "Süden". Er macht sich für den Mafiosi Manzetti interessant, indem er dessen Schläger verprügelt. Der pervertierte Kulturmensch Manzetti hat mit den Paten Belmondo (nicht "die französische Bulldogge" Jean Paul) einen ungeliebten Nachbarn im Revier. Marco (der aus dem Süden kam) zeigt auch Belmondo seine Qualitäten, z.B. indem er dessen Edelnutte in Belmondos Nachtclub in einem HAU DEN LUKAS Spiel ihres Fummels entledigt. Es gelinkt Marco für beide Parteien zu arbeiten und diese gegeneinander auszuspielen. Die Gangster beginnen einen blutigen Bandenkrieg, in dem der charismatische Manzetti als Sieger das Zepter übernimmt. Marco fliegt auf, wird grausam gefoltert und verstümmelt, kann aber fliehen. Er versteckt sich, gesundet und nimmt gnadenlose Rache für ein Verbrechen aus der Vergangenheit.
Na dämmerts? Genau, der hier von mir bequatschte "The Last Round" ist ein lupenreines "Für Eine Handvoll Dollar" Remake im Italo Gangster Movie Format. Also nicht mehr oder weniger, als der zweite Nachfolger von Kurosawas "Yojimbo". Der ehemalige Spaghetti Western Kameramann und Vielfilmer Stelvio Massi (hier ist der Nachnahme wirklich Programm!), hat mit diesem Film sein vielleicht bestes Werk abgekurbelt. Neben den üblichen Verdächtigen im Genre, Luc Merenda hier mal ungewohnt als Oberdrecksau, Mario Brega oder Claudio Ruffini, gibt es einen ziemlich interessanten jungen Mann zu bewundern. Der argentinische Mittelgewichts Weltklasse Boxer Carlos Monzon ist gemeint. Monzon war in den 60ern und 70ern ein höchst gefürchteter, äußerst anerkannter Puncher und KO Schläger, mit einer beeindruckenden Kampfstatistik. 1970 wurde der Mann Weltmeister und verlor seinen Titel bis zu seinem persönlichen Rücktritt nicht mehr. 1976 versuchte sich Monzon dann im Filmgeschäft. Der große Erfolg blieb ihm vergönnt, nach zwei Filmen war auch schon wieder Schluß mit der Krimikarriere (seinen auf diesen Film hier folgenden "El Macho" kenne ich leider noch nicht). Krieger und nichts anderes sind Einzelsportler, fällt es oft äußerst schwer sich im REAL LIFE zurecht zu finden. So war das auch bei Monzon. Sein Privatleben endete leider wie bei vielen Darstellern des italienischen Films (Frank Wolff, Marc Porel oder Romano Puppo, um nur einige verdiente Helden zu erwähnen) traurig, tragisch und viel zu jung. Monzon tötete im Affekt seine damalige Lebensgefährtin und wanderte daraufhin Jahre lang ein. Kaum in den Hafturlaub entlassen, fuhr er sein Automobil gegen einen Baum und starb.
"The Last Round" ist für Massi Verhältnisse stimmig inszeniert, wird von einem Klasse Sondtrack (zubereitet von Fernando Di Leos Hauskomponisten Luis Enriquez Bacalov) aufgewertet und unterhält den Italo Fan damit bestens. Mehr konnte doch überhaupt nicht erwartet werden, oder?
Hier noch der schöne trockene Schlußdialog. Wohin gehst Du jetzt? Ich gehe wieder nach Süden!
Ciao Carlos