Review

Nachdem ich vor kurzem eine interessante Rezension in Kenneth Knights Buch "The Midnight Show: Late Night Cable-TV guy-flicks of the 80´s" zu MALIBU EXPRESS gelesen hatte, war es endlich soweit; ich kam in den Genuss meines ersten Andy Sidaris Film. Bedauerlicherweise hinterließ der Streifen ambivalente Impressionen, was auf einige Schwachpunkte zurückzuführen ist.

Cody Abilene (Darby Hinton) - der aussieht wie eine Kombination aus Tom Selleck und Chuck Norris - ist die zentrale Figur von MALIBU EXPRESS. Der Privatdetektiv und Womanizer erhält den Autrag eine Person zu demaskieren, die Computerchips an die Sowjets verkauft. Kurze Zeit später wird er auch noch in einen zweiten Fall involviert; er muss den Mord am Butler der Aristokratin Lady Lillian Chamberlain aufdecken. Im weiteren Verlauf des Films vermischen sich die beiden Storylines und Abilene kommt den Fieslingen immer mehr auf die Spur. Selbstverständlich darf die ganze Arbeit nicht Abilenes Blick für die wichtigen Dinge im Leben trüben und so kommt es, dass er sich immer wieder eine Auszeit gönnt, um sich mit nackten Mädels und Autorennen zu vergnügen.

Andy Sidaris´ MALIBU EXPRESS ist kein Film, der vonseiten des Zuschauers ein hohes Maß an Reflexion erfordert. Die Kombination aus Agentenkomödie und Softsexfilm soll eher ein "genrekundiges" Publikum ansprechen, dessen Erwartunshaltung sich auf nackte Tatsachen und kruden Humor beschränkt. Aus diesem Grund punktet der Film auch mit einigen netten Einfällen, wie der nymphomanischen Rennfahrerin, die sich während einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd anmaßt Abilenes Hosenstall zu öffnen. Die Damen in MALIBU EXPRESS sind generell hübsch anzusehen und tragen durch ihre exibitionistische Veranlagung zur Erheiterung des männlichen Publikums bei.

Kenneth Knight beschreibt es auf treffende Art und Weise; MALIBU EXPRESS ist ein typischer 80er Jahre "guy-flick", den Frauen nicht einmal mit der Kneifzange anfassen sollten. In der Tradition der Russ Meyer-Filme präsentiert uns Andy Sidaris ein rein männliches Wunschuniversum, das bei dem ein oder anderen durchaus Sehnsüchte wecken könnte. In diesem Kontext gerät dann auch die Tatsache in Vergessenheit, dass der Film mit zunehmender Lauflänge immer konfuser wird aufgrund des umfangreichen Figurenmosaiks. Die Zusammenhänge zwischen den Person und ihre jeweiligen Motivationen werden immer unklarer und hinterlassen beim Zuschauer letztendlich nur Konfusion. Die Entscheidung, ob die Unfähigkeit eine klare Narration zu entwickeln als störend empfunden wird, überlasse ich der individuellen Beurteilung jedes einzelnen Zuschauers. Mich persönlich hat es nicht großartig berührt, da ich bei dieser Art Film andere Attribute in den Fokus des Interesses rücke.

Zuschauern, die eine gewisse Affinität zu filmischem Nonsense und 80er Jahre Flair haben, kann ich MALIBU EXPRESS sicherlich nicht abraten. Die Grundelemente für 90 Minuten dumpfe Männerunterhaltung bietet er auf jeden Fall, obwohl er auch  - objektiv gesehen - etwas "höhepunktarm" daherkommt. Damit ist gemeint, dass man sich durchaus über die ein oder andere Länge ärgern kann. Desweiteren bleibt der zelebrierte Humor selbstverständlich Geschmackssache, der Spaßverderbern mit angeborenem "Mysogynie-Detektor" sicherlich nicht zusagen wird.

Wie gesagt: MALIBU EXPRESS hinterlässt einen ambivalenten Eindruck. Positive und negative Elemente halten sich so etwa die Waage. Die logische Konsequenz lautet demnach: 5 Punkte (und das ist eine ordentliche Bewertung für Filme dieses Kalibers).

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