"Mohenjo Daro": Eine visuell beeindruckende, aber ungleichmäßige Zeitreise
Ashutosh Gowarikers Mohenjo Daro entführt den Zuschauer in die mystische Welt der Indus-Tal-Zivilisation, einer Zeit, die im Kino selten erforscht wird. Der Film punktet mit seiner opulenten Ausstattung und dem Versuch, eine faszinierende historische Ära lebendig zu machen. Hrithik Roshan als Sarman bringt seine gewohnte Präsenz und körperliche Dynamik ein und trägt den Film mit einer charismatischen Darbietung. Besonders seine Kampfszenen und die emotionale Verbindung zu Pooja Hegdes Chaani verleihen der Erzählung eine solide Basis. Pooja Hegde, in ihrer Bollywood-Debütrolle, strahlt eine zarte Schönheit und innere Stärke aus, auch wenn ihre Rolle manchmal auf das Liebesinteresse reduziert wird.
Die Musik von A. R. Rahman, untermalt von den poetischen Texten Javed Akhtars, ergänzt die visuelle Pracht des Films. Lieder wie "Mohenjo Mohenjo" und "Tu Hai" schaffen eine fesselnde Atmosphäre, die die mystische Welt verstärkt. Allerdings wirken einige Musiknummern unnötig lang und bremsen die Handlung aus.
Die größte Stärke des Films ist seine visuelle Gestaltung. Die detailreiche Darstellung der Stadt Mohenjo Daro und die sorgfältige Arbeit, historische Authentizität zu bewahren, sind lobenswert. Jeder Rahmen ist ein Augenschmaus, und das Set-Design transportiert die Zuschauer in eine längst vergangene Zeit.
Trotz all seiner Pracht hat der Film jedoch deutliche Schwächen. Die Handlung ist weitgehend vorhersehbar und folgt bekannten Heldenreisen-Mustern, ohne viel Neues zu bieten. Der Bösewicht Maham, gespielt von Kabir Bedi, bleibt eine eher eindimensionale Figur, deren Motive wenig Tiefe besitzen. Auch die CGI-Effekte, besonders im dramatischen Finale, wirken teils unausgereift und schmälern die dramatische Wirkung der Katastrophe, die die Stadt bedroht.
Insgesamt ist Mohenjo Daro eine ambitionierte filmische Reise in die Vergangenheit, die visuell beeindruckt, aber erzählerisch nicht ganz überzeugt. Für Liebhaber von Epos und Historienfilmen bietet der Film dennoch eine unterhaltsame Erfahrung, die jedoch hinter dem Potenzial seiner epischen Vision zurückbleibt.