Review

Nach dem Überraschungserfolg von „Krampus“ scheint die weihnachtliche Alpenlegende ein wenig auf dem Vormarsch im Horrorbereich zu sein. Vorliegender Streifen bildet allerdings keine Fortsetzung, wie uns der deutsche Verleih glauben machen will. Regisseur und Co-Autor Robert Conway ist schlicht ein Trittbrettfahrer, dem es leider an originellen Ideen mangelt.

Als Zoes Pflegeeltern unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, soll sich Kinderpsychologin Rachel mit dem Kind auseinandersetzen. Noch ahnt sie nicht, dass diese mit Krampus kommuniziert und bewirken kann, dass er alle bösen Menschen heimsucht und nichts als Asche hinterlässt…

Krampus fungiert hier als eine Art Voodoo-Zauber, denn bevor er in Erscheinung tritt, hantiert Zoe mit einer kleinen Puppe herum. Dies geschieht bereits bei ihren Pflegeeltern, als Zoe einen Akt beobachtet und daraufhin ins Zimmer gesperrt wird. Als anschließend der Titelgebende in Erscheinung tritt, macht sich sogleich Ernüchterung breit, denn ähnlich schwache Computereffekte kennt man allenfalls aus PC-Spielen der frühen 90er.
Ohnehin erscheint der Tunichtgut nicht allzu häufig und ist insgesamt weniger als eine Minute in Aktion.

Stattdessen herrscht über weite Teile Redundanz, denn das Privatleben eines Cops interessiert nur bedingt, wie Rachel aufwacht oder Duschen geht ist auch nebensächlich und so driftet die Erzählung oftmals zu sehr vom Kern ab und ist um Laufzeitstrecker bemüht.
Interessanter wird es erst, als einem Hinweis aus der Vergangenheit gefolgt wird und ein Kindheitstrauma an Bedeutung gewinnt. Ein damit verbundener Twist kommt ein wenig überraschend daher und wertet das bis dato unspannende Treiben geringfügig auf.

Allerdings nicht genug, um mit dem Original auch nur in Ansätzen verglichen werden zu können. Denn der Stoff verbreitet null weihnachtliche Stimmung, noch will sonst eine taugliche Atmosphäre aufkommen. Die meisten Darsteller performen hölzern und auch der Score vermag keine Akzente zu setzen, lediglich die Kamera arbeitet ordentlich und die verbrannten Opfer sind solide gestaltet.
Genrefans sollten sich ergo nicht vom Cover täuschen lassen, denn der Streifen taugt weder als Monsterfilm, noch als Slasher.
3,5 von 10

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