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Das Linda Vista Hospital im Osten von Los Angeles wurde bereits häufiger als Drehort für Filme genutzt. Teile von „In the Line of Fire“, „Outbreak“ oder „Pearl Harbor“ entstanden hier, später bekam es den Ruf eines Geisterortes, an dem paranormale Aktivitäten registriert worden seien. Grund genug für Regisseur JJ Rogers, vier Leute beim Herumlatschen zu filmen.

Emily ist Geisterjägerin und untersucht seit einiger Zeit mit zwei Kollegen übernatürliche Phänomene im verwaisten Linda Vista Krankenhaus. Als ein Typ einer Umbaufirma hereinschneit, um die Räumlichkeiten zu inspizieren, scheint es für die vier kein Entkommen aus dem Gebäude zu geben…

Mit dem einschlägigen Titel wollte der deutsche Verleih mal wieder auf einen erfolgreichen Zug aufspringen, doch mit „The Conjuring“ hat der Streifen rein gar nichts gemein.
Zwar wird auf den hierfür typischen Found-Footage-Stil verzichtet, doch selten blieb ein eigentlich einladendes Interieur dermaßen ungenutzt.

Bereits die ersten Szenen einer misslungenen Operation wirken wahllos zusammengeschustert, der Verfremdungseffekt des auf alt getrimmten Bildmaterials erscheint billig und die Überleitung auf die aktuelle Situation rund zwanzig Jahre später fällt reichlich holprig aus und lässt die drei Geisterjäger nicht sonderlich sympathisch dastehen, was sich im Linda Vista auch nicht mehr maßgeblich ändert.

Hier sehen sich die drei einem Skeptiker gegenüber, dem zunächst einiges an Filmmaterial an Laptops vorgeführt wird, welches dem Zuschauer jedoch vorenthalten wird, - sparsamer geht es kaum. Doch auch danach wird kein sonderlicher Aufwand betrieben, um das geisterhafte Treiben einigermaßen stilvoll aussehen zu lassen. Ein paar schlichte Lichtschweife, ein grauer Pixel-Dämon und ein wie von Geisterhand umgestoßener Stuhl sind alles, was Rogers diesbezüglich einfällt. Die Qualität der Effekte ist bis auf ein paar Flammen gegen Ende unterirdisch, während in Sachen Gewalt lediglich drei Spatenhiebe als Ergebnis zu sehen sind.

Ein minimaler Twist wertet das eindimensionale Treiben letztlich nicht mehr auf, zumal die Ereignislosigkeit in den einsamen Mauern bereits nach rund der Hälfte der Laufzeit Langeweile hervorruft. Die grottenschlechten Mimen, der überaus zurückhaltende Score und die zumeist träge Kamera tragen ebenfalls zum negativen Eindruck bei.
Schade um den eigentlich tauglichen Schauplatz, doch bei derartiger Ideenlosigkeit mit billigen Effekten und ausbleibender Spannung bringt auch der nichts mehr.
2,5 von 10

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