An 12 auf der gesamten Erde verteilten Orten schwebt ein großes, muschelförmiges Raumschiff über der Erdoberfläche. Da erste Versuche mit den Außerirdischen zu kommunizieren scheitern, bringt Colonel Weber (Forest Whitaker) die Professorin für Linguistik Dr. Louise Banks (Amy Adams) und den Physiker Dr. Ian Donnelly (Jeremy Renner) zum Raumschiff über Montana…
Beim Blick in den sternenbedeckten Himmel stellt sich der Mensch unweigerlich die Frage, ob und wann uns einmal Wesen aus fernen Welten besuchen? Welche Absichten hätten sie und wie will man mit ihnen kommunizieren? In „Arrival“ stellt sich diese Fragen vor allem das Militär und in dessen Auftrag, anfangs überraschend widerwillig, eine kleine Professorin, die am besten in wenigen Tagen diese existenziellen Fragen beantworten soll. Ihre Arbeit ist faszinierend, bald stellt sie nämlich fest, dass es leichter ist durch Zeichen bzw. Schrift mit den Außerirdischen zu kommunizieren. Später wurden offensichtlich ein paar Entwicklungsschritte übersprungen, wenn plötzlich eine Art Dialog möglich ist. Trotzdem dauert es eine Weile, bis klar ist, dass die Aliens wirklich Bedeutsames mitzuteilen haben. Jeremy Renner („The Avengers“ 2012/15) und noch mehr Amy Adams („Her“ 2013), die schon in „American Hustle“ (2013) zusammen gespielt haben, machen ihre Sache sehr gut als Sympathieträger in der Rolle der Botschafter Terras. So wäre die story weiß Gott interessant genug um den Zuschauer 2 Stunden anspruchsvoll zu unterhalten, doch aus unverständlichen Gründen setzen das Drehbuch und Regisseur Denis Villeneuve (geb. 1967 in Gentilly, Québec, „Prisoners“ 2013, „Sicario“ 2015) auf typische Blockbustermechanismen, die mit aller Gewalt verhindern, dass „Arrival“ ein richtig guter Film geworden ist: die Muschel-Ufos z.B. schweben so friedlich über dem Boden, wie es auch ihre Bewohner sind, trotzdem macht das Militär von Anfang an Druck, verlangt von den Wissenschaftlern Unmögliches und hält sich bereit zum Erstschlag. Den wollen dann freilich die, ach so bösen Chinesen ausführen, die auch als erste die weltweite Zusammenarbeit in Sachen spontaner Alienforschung aufkündigen. Bald schließen sich die nicht minder bösen Russen an. Wieso werden Louise und Ian mit Impfungen, aber ohne Vorbereitung auf die Raumfahrer losgelassen – klar, für den Zuschauer ist es so spannender, hirnrissig ist es trotzdem – und wieso in Teufels Namen braucht man heutzutage noch einen Kanarienvogel um in einem fremden Raumschiff den Sauerstoffgehalt zu nutzen? „Arrival“ regt den Verstand des Zuschauers an, doch im nächsten Moment fühlt dieser sich schon wieder nicht ernst genommen. Bei dieser Thematik ist das wirklich schade. Das Ende versöhnt den Science Fiction Freund ein wenig, im Genre weniger bewanderte Zuschauer werden eher verstört sein. (6,5/10)