Review

Denis Villeneuve ist mit ARRIVAL der perfekte Film gelungen. So einen vielschichtigen, stimulierenden Science-Fiction-Film hatten wir schon lange nicht mehr – ein „hard“ SciFi-Film, der in seinem humanistischen Ansatz zeitlos wirkt und dessen Kernidee im wahrsten Sinne des Wortes „mindblowing“ ist.

Von einem Kritiker treffenderweise zwischen Kubricks 2001 und Malicks TREE OF LIFE verortet, weckt ARRIVAL auch Erinnerungen an INCEPTION, THE DAY THE EARTH STOOD STILL und Filme ähnlichen Kalibers, bleibt aber absolut eigenständig und legt ungewöhnlich viele spannende und tiefgründige Themen frei, die noch lange nachwirken. Dabei ist ARRIVAL kein reines Kopfkino, sondern sorgt insbesondere im ersten Drittel mit seiner authentischen Atmosphäre für ein fühlbar realitätsnahes, stets unangenehm bedrohliches Szenario, so wie es Villeneuve auch in SICARIO schon überzeugend gelungen ist.

Vom aufregenden Anfang, wenn wir mit Amy Adams’ Sprachwissenschaftlerin nervös und unvorbereitet den „first contact“ miterleben über den mental stimulierenden Mittelteil, wenn wir mit ihr versuchen, die kryptischen Zeichen der Außerirdischen verstehen zu lernen bis zum ebenso tragisch wie ergreifenden und letztlich hoffnungsvollen Ende ist ARRIVAL auch bei erneutem Sehen ein zutiefst immersives Filmerlebnis, das noch lange nachwirkt. Hier haben die Autoren der Vorlage und des intelligenten Drehbuchs, die visionäre Regie und Ausstattung, die ungewöhnliche Musik und der eindrückliche Sound sowie die zurückhaltend agierenden Darsteller etwas geschaffen, das über die einzelnen Leistungen deutlich hinausweist. 

Der Film hat auch kleinere Schwächen, das Aliendesign ist überraschend uninspiriert und beim Übersetzungsprozess der Aliensprache werden leider ein paar interessante Stufen übersprungen. Doch das fällt kaum ins Gewicht – ARRIVAL ist ein visueller und intellektueller Genuss. Ein Meisterwerk.

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