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Wenn man kaum Geld, jedoch eine Handkamera besitzt, benötigt es talentierte Mimen, ein Gespür für Spannung und schon hat man so etwas wie „Blair Witch Projekt“.
Wenn man kaum Geld, jedoch eine Handkamera besitzt, von talentfreien Mimen umgeben ist und null Gespür für Spannung aufbringt, hat man so etwas wie „Jurassic Monster“.

Eine Handvoll Studenten um Filmer Garrett landet nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel. Nach kurzer Erkundung verschwindet jemand aus der Gruppe spurlos und ein lautes Röhren macht deutlich, dass die jungen Leute hier nicht gänzlich allein sind…

Die Rahmenhandlung besteht aus zwei Soldaten, welche in einer Schabracke sitzen und sich das Found Footage via Laptop ansehen und es nicht für nötig halten, unwichtige Szenen einfach mal zu umgehen. Deshalb ist vor dem Flugzeugabsturz Mardi Gras auf einer Yacht angesagt. Garrett filmt minutenlang junge Frauenleiber, während kein einziges Wort gesagt wird. Ödes Partytreiben und von Dinosauriern natürlich weit und breit keine Spur.

Man sollte eigentlich nie vom Äußeren auf eventuelle Talente schließen, doch da die junge Filmemacherin Lisa Palenica selber im Film mitwirkt und sich entsprechend gebärdet, ist das aussagekräftig genug. Folgerichtig besteht die Handlung aus dahin gerotzten Nichtigkeiten ohne jegliche Bedrohung. Die Titelgebenden sind für rund dreißig Sekunden zu sehen und wurden womöglich von einem professionellen Dino-Film in die austauschbare Waldkulisse kopiert, - zumindest gibt es keine Einstellung, in der Dinos und Figuren gleichzeitig zu sehen sind.

Derweil wackelt die Handkamera ohne Unterlass, sobald auch nur der Hauch von Bewegung ins Spiel kommt und ist reine Kommunikation an der Tagesordnung, fallen nicht nur die hohlen Dialoge mitsamt der miesen Synchro auf, da die Mimen noch nicht einmal in der Lage sind, ganz alltägliche Umgangsformen ohne unpassende Gestik und Mimik rüberzubringen.

Da die potenziellen Opfer nur unspektakulär aus dem Bild gezogen werden, jedoch so etwas wie Entsetzen über etwaige verstorbene Freunde vorhanden sein sollte, wird ein abgetrennter Unterschenkel mit Stiefel präsentiert, an dem natürlich kein Blut zu sehen ist.
Im Übrigen wird der Flugzeugabsturz per CGI-Rauchwolke in Baumwipfeln visualisiert, während der Absturz selbst durch noch mehr Wackelei im Flugzeuginnern veranschaulicht wird. Amateurhafter geht es kaum.

Entsprechend sind selbst eingefleischte Trashfans maßlos unterfordert, der Humbug dürfte sogar mit Zufuhr diverser Narkotika oder Stimmungsaufheller langweilen, da er schlicht keine spezifischen Momente zum Ablästern vorlegt. Er bleibt einfach nur inhaltlich nichtig und hundsmiserabel in Szene gesetzt.
1,5 von 10

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