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47 Meters Down (Kurz und schmerzlos Teil 42)

Haie gehen immer. Die Urangst vieler Menschen vor dem tiefen Meer mag da eine Rolle spielen. Großen Anteil am immer noch relevanten Film-Thema hat aber sicherlich auch Steven Spielbergs Monsterhit „Jaws". Seither ist die durchs Wasser schneidende Schwanzflosse und die fiese Attacke von unten ein unterbewusstes Horrormotiv von enormer Hartnäckigkeit. Da kann man noch so sicher wissen, dass die bösen Tiere nur selten angreifen, oder gar töten, der Schrecken kriecht immer wieder an die Oberfläche.

Ohne Frage tummeln sich im sogenannten Tier-Horror-Segment eine Menge Schrott und eingedenk der reißerischen, aber eben auch ziemlich banalen Thematik eine Flut an Billigproduktionen (bewusster Trash wie die Sharknado-Reihe noch gar nicht mit gerechnet). Hin und wieder gibt es dennoch die ein oder andere schnittige Überraschung zu beklatschen. Eine solche ist „47 Meters Down".

Die Ausgangslage ist schnell erzählt, glücklicherweise auch im Film, der gleich auf den Punkt kommt. Die beiden Schwestern Kate (Claire Holt) und Lisa (Mandy Moore) machen Urlaub in Mexiko. Da sie nicht gerade unansehnlich sind, lässt sich die einheimische Männerwelt natürlich nicht lange bitten. Neben den obligatorischen amourösen Avancen haben die neuen Urlaubsbekanntschaften aber noch ein mindestens ebenso aufregendes Abenteuer im Angebot: ein Tauchgang unter Haien, geschützt lediglich durch einen eisernen Käfig. Für Leib und Leben bestehe keinerlei Gefahr, wird ihnen versichert. Der erfahrene Haifilm-Freund weiß es besser und natürlich hat er recht.

„47 Meters Down" ist einer jener Filme, die erstaunlich viel aus ihrer im Grunde sehr simplen und vermeintlich durchkonjugierten Prämisse machen. So besteht die tödliche Gefahr gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn neben den gefräßigen Meeresräubern sehen sich die beiden Abenteurerinnen auch noch von Tiefenrausch sowie der Dekompressionskrankheit bedroht. Das Drahtseil ihres Käfigs ist nämlich gerissen, so dass sie 47 Meter in die Tiefe rauschen. Ausgestattet mit jeweils nur einer Taucherflasche und keiner Funkverbindung nach oben eine eher unangenehme Konstellation. Die Alternative eines langsamen Auftauchens ist ähnlich verlockend, gleicht sie doch durch einen sehr präsenten Schwarm weißer Haie eher einem Selbstmordkommando.

Regisseur Johannes Roberts zieht nach stromlinienförmigem Beginn die Spannungsschraube ordentlich an. Die rasant getaktete Mischung aus Survival- , Unterwasser- und Hai-Thriller sorgt für permanente Abwechslung und ständiges Mitfiebern. Wie den beiden Hobby-Taucherinnen bleibt auch den Zuschauern kaum Zeit zum atmen, da die lebensbedrohliche Extremsituation mit einer Reihe gewitzter Einfälle und Twists beständig forciert wird. Allerdings wird dabei nie derart übertrieben, dass das Ganze unglaubwürdig werden könnte. Und für das Ende hat der Film noch eine saftige Überraschung parat, die nicht nur schlüssig, sondern endlich auch einmal nicht meilenweit vorhersehbar ist.
 
Fazit:
Cleverer Mix aus Tierhorror und Survival-Schocker, der sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufhält und schnell in einen adrenalinhaltigen Spannungsmodus schaltet, den er bis zum überraschenden Ende nicht mehr verlässt. (7,5/10)

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