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Während eines Urlaubs-Trips an die Küste von Mexiko wollen die beiden Schwestern Kate und Lisa mal puren Nervenkitzel erleben und chartern darum ein verratztes Boot, um in einem Käfig in Hai-verseuchte Gewässer abzutauchen und die majestätischen Raubfische aus der Nähe zu betrachten. Als unerwartet das Seil reißt, stürzt das Geschwisterpärchen gen Meeresboden und findet sich kurz darauf 47 Meter unterhalb der Wasseroberfläche gefangen wieder. Problematisch, zumal die Sauerstoff-Reserven der beiden rapide zur Neige gehen und die Taucherkrankheit einen flottes Auftauchen unmöglich macht... und dann sind da natürlich auch noch die Haie, die zunehmend auf Tuchfühlung gehen. Regisseur Johannes Roberts, der nun seit beinahe zwanzig Jahren nichts als mehr oder minder niedrig budgetierten Horror-Schund produziert (mit dem völlig amateurhaften 2005er Blut-und-Titten-Spektakel "Forest of the Damned" als absolutem Tiefstpunkt der eigenen Vita) dankt sicherlich täglich seinem Glücksstern, dass es den ursprünglich unter anderem Titel zur schnellen DVD- und VoD-Verklappung vorgesehenen "47 Meters Down" über Umwege doch noch auf einige US-Kino-Leinwände verschlagen hat... und das dann auch noch erfolgreich genug, um ihn selbst auf den Schirm einiger Produzenten zu befördern und jetzt doch noch sowas wie 'ne "richtige" Karriere anzukurbeln. Gratulation dazu. Als kleine Survival- und Tierhorror-Fingerübung geht "47 Meters Down" dann auch inszenatorisch wie handwerklich okay, und überzeugt mit einer glaubwürdig geschilderten Situations-Beschreibung des Gefangenseins unter Wasser sowie überraschend solide getricksten CGI-Haien, die durchaus bedrohlich daherkommen. So könnte dann auch eigentlich alles in Butter sein, wenn der dritte Akt nicht noch eine der bescheuertsten Wendungen in petto hätte, die einem im Genre in letzter Zeit untergekommen ist... seit wann braucht ein Hai-Streifen bitteschön 'nen Plot-Twist?!? Johannes Roberts macht da mit einem Paukenschlag viel zuvor mühsam aufgebauten, guten Willen von Seiten des Publikums kaputt und vermittelt den Eindruck, als hätte er es sich nicht nehmen lassen können, zum Schluss nochmal fett neben das eigene Klo zu scheissen... schön gekackt, aber halt daneben. Was sich übrigens nicht geändert hat seit anno damals ist, dass Roberts in den Credits immer noch seinen Namen dem Film-Titel voranstellt, als wäre er der nächste John Carpenter... das wirkt immer noch anmaßend und arrogant.

6/10

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