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Mackenzie Davis spielt Anna, eine weitgehend erfolglose Schauspielerin, die vorwiegend ohne Bezahlung in Studentenfilmen auftritt. Ihre Freundin Beth, gespielt von Caitlin FitzGerald, tritt dagegen in TV-Produktionen und Kinofilmen auf, wenngleich sie auf ein stereotypes Rollenbild festgelegt ist. Dennoch beneidet Anna die prominente und gutbezahlte Freundin, mit welcher der Kontakt seit dem gemeinsamen Studium ein wenig abgerissen ist. Um die alten Zeiten noch einmal aufleben zu lassen, planen die beiden ein gemeinsames Wochenende, ohne zu ahnen, dass es wegen Neid und Missgunst zwischen den beiden zur Eskalation kommen wird.

„Always Shine“ hätte durchaus das Potential zu einem weit überdurchschnittlichen Thriller gehabt. Die beiden Hauptdarstellerinnen machen ihre Sache ausgezeichnet, deuten die Spannungen zwischen den beiden Schauspielerinnen schon früh an, während diese noch versuchen, den unterschwelligen Konflikt zu überspielen. Am Ende, wenn sich die angestaute Wut aufeinander Bahn bricht, gehen die beiden förmlich aus sich heraus. Die Regisseurin Sophia Takal, die selbst mehrfach als Schauspielerin gearbeitet hat, wirft dabei einen kritischen Blick auf den Umgang mit Schauspielerinnen in Hollywood, die mitunter möglichst viel Haut und möglichst wenig Charakter in ihren Rollen zeigen sollen.

Über seine guten Ansätze kommt der Film jedoch nicht hinaus. „Always Shine“ ist sehr zäh und vor allem so distanziert erzählt, dass Emotionen auf der Strecke bleiben. Takals Film fühlt sich über weite Strecken wie die kalte Analyse der Beziehung zweier ehemaliger Freundinnen an, welche mit eisig noch sehr wohlwollend umschrieben ist. Statt den Zuschauer auch affektiv miteinzubeziehen, seziert die Regisseurin den Konflikt ihrer beiden Figuren messerscharf, aber auch quälend langsam, um nach dem großen Streit das Tempo abermals für den etwas überzogenen Showdown zu drosseln.

Fazit:
„Always Shine“ ist die messerscharfe und stark gespielte Analyse einer von Neid und Missgunst zerfressenen Freundschaft zweier Schauspielerinnen, die so kalt, distanziert und zäh erzählt ist, dass sie letztlich nur gepflegte Langeweile bietet.

40 %

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