Berlin ist für mich keine Stadt, sondern ein Rhythmus
Sonja ist "Mathestudentin" und hängt in Clubs ab. Sie hat keine Ahnung vom Leben, weiß nicht was sie will, hat aber nach eigenem Bekunden soviel Freiheit wie noch nie zuvor im Leben und weiß gar nicht was sie damit anfangen soll. Man sieht sie durch Berlin schlendern, an der Uni die Zeit totschlagen und irgendwann schleppt sie auch mal nen Typen ab, den sie beim faul herumliegen im Gras kennengelernt hat. Jetzt ziehen sie also zu zweit durch Berlins Kneipen, was genauso langweilig wie zuvor abläuft - überhaupt gibt es sehr viele mit reichlich Musik unterlegte Ansichten der Stadt, zeitweilig glaubt man sich in einer Image-Kampagne für Studenten, eine Handlung gibt es jedoch nicht. Vom Cover und dem Titel Fucking Berlin her hätte man sich etwas in der Art von Wir Kinder vom Bahnhof Zoo erwarten können, aber weit gefehlt.
Es dauert quälend lange, bis Sonja dann endlich mal mit dem Thema Prostitution in Berührung kommt. Der Anlaß ist ebenso banal wie der ganze Film: Ihr neuer Kumpel Ladja, der auch als Stricher arbeitet, hat Geldsorgen. Sie möchte ihm mit Mathe-Nachhilfe unter die Arme greifen, aber da ist halt nicht soviel Kohle zu machen. Irgendeine anwesende Flachpfeife erwähnt, da gäbe es jemanden, der mit ihr "was anfangen" könne. Und Sonja, die nicht nur mit einem IQ unter Raumtemperatur, sondern auch einem vollkommen uninteressanten Körper gesegnet ist, macht sich in eine Gartenhaussiedlung auf, wo sie einen Amateur-Pornofilmer im Morgenmantel trifft. Der läßt sie von einer ebenso wenig attraktiven Mitarbeiterin erstmal vor einer Webcam einschulen. Respekt, wer bis dahin durchgehalten hat - die langweiligen Sprüche und das alberne Getue vor der Webcam lassen im Zuseher nämlich immer mehr den Wunsch aufkeimen, die DVD aus dem Laufwerk zu holen, in der Mitte durchzubrechen und das Ganze im Mülleimer zu entsorgen.
Irgendwann wird es sogar Sonja zu langweilig dort, und nachdem sie vor der Webcam lieber ein paar Matheformeln paukt und der Mann im Morgenmantel darüber nicht sehr erfreut ist, beschließt sie einen "Neuanfang": Mit einem weißen Flokati über der Schulter meldet sie sich in irgendeinem Privatpuff, wo schon einige "Damen" herumsitzen und intelligenzbefreite Sätze von sich geben. Daß sie zwischendurch noch mal eine frühere Bettbekanntschaft "Barkeeper" und auch ihren Ladja trifft, hält sie nicht davon ab, künftig unter dem Pseudonym "Masha" dem horizontalen Gewerbe nachzugehen. Dabei wird fast kein Klischee ausgelassen: Ihre Freier sind häßlich und dumm, und Sonja hat nicht viel zu tun, diese Möchtegern-Perversen zu befriedigen. Es ist eine Zumutung, sich diesen ereignisarmen Müll, den Sonja immer wieder aus dem Off kommentiert, anzusehen. Natürlich gibts am Schluß ein Happy-End: 2 Kinder und einen festen Partner. Gähn!
Die Dialoge in Fucking Berlin sind schlicht unterirdisch, dazu agiert ein Sammelsurium von bedauernswerten "Schauspielern". Während die langweilige Nicht-Story träge vor sich hinplätschert, vergeht die Zeit nur langsam. Keine überraschende Wendung, nicht ein einziger Gag oder ein Spruch, den man nicht im Vorhinein schon kennt. Fucking Berlin ist absolute Zeitverschwendung, 0 Punkte wären angemessen.