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Sprechende Pferde sind nicht gerade neu auf der Leinwand, denn lange vor „Corrie und das Rennpferd“ widmete sich mit „Mr. Ed“ eine erfolgreiche Serie mit 143 Folgen einem frechen Gaul. Regisseur und Autor Paul Della Pelle scheint jene allerdings nicht zu kennen, denn sonst hätte er zumindest ein wenig von dessen Humor aufgegriffen.

Aus beruflichen Gründen muss Allen mit seiner dreizehnjährigen Tochter Kristen die Stadt verlassen, was dieser gar nicht gefällt. Das Leben auf der Ranch ihrer Großmutter behagt ihr gar nicht und auch die neuen Mitschüler haben nichts für ihre speziellen Modeticks übrig.
Doch dann lernt sie den sprechenden Hengst Standford kennen, der ihr ein paar Ratschläge gibt, mit dem Leben auf dem Land klarzukommen…

Es mag verschiedene Gründe geben, warum Mädchen in einer bestimmten Altersgruppe von Pferden fasziniert sind. Es mag der Wunsch nach Verantwortung sein, eine Form der Abkapselung von den Eltern und nicht zuletzt können sie das Tier zutexten, ohne Widerworte zu erwarten. Es sei denn, es handelt sich um Standford.

Dieser gibt sich allerdings nicht sonderlich gewitzt oder schlagfertig. Vielmehr entpuppt sich das Tier als eine Art allwissender Ratgeber in schwierigen Lebenslagen, der für Beziehungsprobleme Verständnis zeigt, jedoch auch Techniken für den Westerntanz vermitteln kann. Natürlich kann nur Kristen mit dem Tier kommunizieren, welches beim Sprechen glücklicherweise nicht die Schnute bewegt, zumal die Kamera vorzugsweise oberhalb der Nüstern filmt.

Leider ist die Welt von Kristen eine langweilige, mit der allenfalls Mädchen bis 14 Jahren etwas anfangen können. Nach dem Umzug aus der Stadt kapselt sich die ehemals beste Freundin rasch ab, es gibt Internet mit langwieriger Einwahl, ein Telefon mit Wählscheibe und nur Handyempfang auf einem bestimmten Hügel ein wenig fernab der Ranch.
Lediglich der Stellvertreter einer Ölfirma sorgt für minimale Reibung, doch so harmlos die Konsequenzen von Fracking gestreift werden, so unspektakulär lösen sich die Probleme auf der Ranch quasi von selbst.

Spannend gerät das Treiben zu keiner Zeit, leider auch kaum lustig. Die Möglichkeiten eines sprechenden Pferdes werden fast gar nicht genutzt, Situationskomik ist allenfalls zwei, drei mal auszumachen, während auf der anderen Seite ernste Themen wie Verlust der Mutter oder Kristens Außenseiterstellung lediglich oberflächlich gestreift werden. Auch hier ergeben sich Lösungen wie von selbst oder Probleme erscheinen von Vornherein weichgespült.

Insofern vermittelt der Stoff kaum Botschaften, außer vielleicht, stets an sich selbst zu glauben, was allerdings nahezu jeder Kinderfilm beinhaltet.
Darstellerisch ist das noch gerade so okay, handwerklich ebenso, storytechnisch bleibt der Streifen harmlos bis belanglos und dürfte angesichts nur eines mitwirkenden Pferdes selbst eingefleischten Hottemaxfreunden zu nichtig erscheinen.
3,5 von 10

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