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Der Polizeifotograf Robert de Niro, genannt "Mad Dog" rettet durch Zufall dem Gangster Bill Murray das Leben. Murray, der sich als Geldleiher über Wasser hält und Menschen als Pfand nimmt, schickt ihm daraufhin aus Dankbarkeit die Schönheit Uma Thurman, die ihm alle seine Wünsche erfüllen soll. Doch es kommt, wie es kommen muss: De Niro verliebt sich in diese und es kommt infolge dessen zum Kampf zwischen de Niro und Murray, der in Thurman nicht mehr als Kapital sieht.

Die Story ist für eine Komödie verhältnismäßig innovativ und originell. Die Charaktere haben natürlich nicht sonderlich viel Tiefe. Murray spielt einen anfangs ziemlich freundlich wirkenden Gangster, der erst gegen Ende sein wahres Gesicht zeigt. Robert de Niro spielt einen schüchternen und relativ einsamen Polizeifotographen, der für die nervöse Schönheit Uma Thurman alles machen würde. Auch die Story kann kaum Tiefe bieten, dafür wird das Dreiecksverhältnis der Hauptfiguren gut dargestellt und zu keinem Zeitpunkt aus den Augen verloren. Die Dialoge sind alles in allem solide, allerdings laufen ein paar von ihnen ins Leere. Ab der Szene, in der sich Thurman und de Niro kennen lernen ist der Film leider sehr vorhersehbar, da er ziemlich stereotyp verläuft. Allerdings ist die Story verglichen mit anderen Komödien, insbesondere denen der neuen Teenie-Welle, verhältnismäßig ordentlich, da wenigstens ein paar eigene Ideen in die Handlung mit eingeflossen sind.

Der Film läuft relativ schnell an und entwickelt früh einen einigermaßen soliden Unterhaltungswert, der im Mittelteil aber leider nicht weiter gesteigert werden kann. Das Problem liegt darin, dass es kaum richtigen Lacher gibt und die Krimi-Komödie nicht lustig genug ist. Für einen Krimi kommt jedoch bei weitem nicht so viel Spannung auf, dass der Film doch noch unterhalten könnte. Und dieser einigermaßen solide Unterhaltungswert sinkt zum Ende hin noch ein wenig durch die hohe Vorhersehbarkeit. Das Finale ist dann wieder akzeptabel, kann den alles in allem mittelmäßigen Unterhaltungswert jedoch nicht mehr retten.

Der Humor besteht größtenteils aus Wortwitzen, die an moderne Woody Allen Filme erinnern. Diese Witze sind durchaus ordentlich, dafür wurden sie aber überaus sparsam und spärlich dosiert. Die gesamte Umsetzung ist eher mittelmäßig gelungen, so kann auch die Filmmusik nicht die Effekte erzielen, die sie erzielen sollte. Sie kann die Emotionen des Zuschauers nicht steigern, wodurch der Zuschauer endgültig den emotionalen Zugang zur banalen Handlung verliert. Ansonsten ist es einigermaßen solide, da Kulisse und Atmosphäre stilvoll und charmant wirken. Regisseur John McNaughton merkt man die Unerfahrenheit bei seiner dritten Regiearbeit deutlich an. Mit "Wild Things" konnte er Jahre später endlich unter Beweis stellen, dass er doch Talent hat.

Robert de Niro liefert einmal mehr eine gute Leistung ab. Er kann als mausgrauer Mad Dog voll und ganz überzeugen. Dennoch ist es bedauerlich, den Oscar-Preisträger nach seinen hervorragenden Leistungen in "Kap der Angst" und "Goodfellas" in einem solch belanglosen Streifen zu sehen. Bill Murray spielt die Rolle des Gangsters sehr charmant und stilvoll. Er behält die ganze Zeit über eine gewisse Grazie, auch wenn er den gemeinen und kompromisslosen Gangster raushängen lässt. Uma Thurman ist in ihrer letzten Rolle vor ihrem senstaionellen Durchbruch durch "Pulp Fiction" zu sehen. Auch hier spielt sie wieder die nervöse Gangster-Braut, die ganz klar ihre Paraderolle ist. Ihre Leistung ist alles in allem gut, zumal sie nichts dafür kann, dass in ihrer Rolle kaum Potential steckt.

Fazit:
"Sein Name ist Mad Dog" basiert auf einer soliden Story, die, ohne in die Tiefe zu gehen, das Dreiecksverhältnis der Hauptfiguren gut darstellen kann. Der Unterhaltungswert ist aufgrund der relativ hohen Vorhersehbarkeit recht gering. Dummerweise ist die Krimi-Komödie für eine Komödie nicht lustig genug und für einen Krimi nicht spannend genug. Die Umsetzung ist eher mittelmäßig gelungen. Der Film wirkt stilvoll und die Darsteller sind gut. Dennoch sind aufgrund der mäßigen Unterhaltung nicht mehr als 5 Punkte drin. Schade, dass man aus dem guten Cast und der guten Grundidee nicht mehr herausholen konnte.

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