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Christlich angehauchter Horror ist immer so eine Sache, denn einerseits gehen daraus wahre Alptraumvorstellungen einher, doch andererseits werden einem schlimmstenfalls dutzende von Bibelzitaten um die Ohren gehauen, während der eigentliche Thrill zu kurz kommt. So ähnlich verhält es sich bei dem Debüt von Autor und Regisseur Gus Krieger.

Eigentlich geht es dem gläubigen Paar Sarah (Amy Gumenick) und ihrem Mann Bram (Josh Heisler), einem jungen Prediger gut, zumal Töchterchen Scaia soeben ihre Taufe erhielt. Doch kurz darauf wird Bram von Visionen verfolgt, in denen er sich zunächst von Gott persönlich angesprochen fühlt. Doch dann werden die Visionen konkreter, denn Bram soll das Ende der Welt aufhalten, indem er seine Tochter opfert…

Der Einstieg liefert puren Horror für frisch gebackene Eltern: Man erwacht, hört das Baby schreien, will zu ihm, doch die Wohnung ist nach einer von Panik getriebenen Suche leer.
Solch alptraumhafte Vorgänge bilden im Folgenden leider Mangelware, denn obgleich es zu einigen düsteren Vorahnungen und Alpträumen kommt, bleibt die Erzählung erschreckend fade und frei von Paranormalem, was entsprechend keinerlei Schauwerte mit sich bringt.

Was ferner negativ auffällt, ist die mangelnde Chemie zwischen den Partnern, welche offenbar wenig gemein haben und von vornherein wirken, als würden sie aneinander vorbei leben. Dabei ist den Mimen nichts vorzuwerfen, denn Gumenick nimmt man jederzeit die verzweifelte und besorgte Mutter ab, während Heisler tatsächlich so rüberkommt, als könne er plötzlich durchdrehen und das Unaussprechliche durchziehen.

Dennoch kommt kaum Spannung auf, da zu viele Dialoge die Laufzeit füllen und wenig Handlung auszumachen ist. Hier mal ein Besuch beim Psychologen, dort mal ein Arzttermin, dann kommt am Rand ein schwules Paar ins Spiel, dessen Mitwirken sich bis zum Schluss nicht erschließt, während Bram (eigentlich Bramfield, - was ist denn das für eine Name?) zwar seinen düsteren Visionen nachhängt, doch um ihn herum ereignet sich im Grunde gar nichts. Selbst eine relativ späte Dämonenaustreibung verläuft völlig unspektakulär und sachlich, als würden in der Kirche gerade Oblaten verteilt.

Die Auflösung kommt schließlich wenig überraschend, Twists und doppelte Böden fallen weg und lediglich das grobe Grundthema des Glaubens (nicht nur im christlichen oder überhaupt religiösem Sinne) hält das Ding noch ansatzweise beisammen. Sparsam, aber okay in Szene gesetzt, fühlt sich der Streifen wie eine absolut harmlose TV-Variante eines Besessenheits-Thrillers an, die weder Horror noch Schrecken mit sich bringt.
3,5 von 10

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