Einmal mehr nutzt Mel Gibson die Möglichkeiten und die Tarnung eines Hollywoodepos, um uns seine ultrakonservativen, religiösen Werte aufs Auge zu drücken. Das moralische Dilemma der Hauptfigur ist nämlich perfekt dazu geeignet, möglichst oft aus der Bibel zu zitieren. Allerdings erscheint die Geschichte des Soldatenhelden ohne Waffe, der mit mehr Glück als Verstand den Fronteinsatz im Pazifikkrieg gegen die Japaner überlebt, arg unglaubwürdig - auch wenn sie auf wahren Begebenheiten beruht bzw. als biografisches Werk durchgeht. Sind die Szenen im Ausbildungslager nur ein feuchter Abklatsch von denen in FULL METAL JACKET, so kann zumindest der blutige Horror des Krieges einigermaßen mit dem aus DER SOLDAT JAMES RYAN mithalten. Nur ist das bei Gibson halt alles noch mit daumendick Schmalz und Pathos überzogen.