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„Saturday Night Live“ zählt zu den erfolgreichsten Shows in den USA, welche bereits seit vielen Jahren ausgestrahlt wird und einige kultige Sketche hervorbrachte. Das Regieduo Matt Villines und Osmany Rodriguez, oftmals besser bekannt als Matt and Oz, steuerte einige Segmente dazu bei und lieferte mit „Brother Nature“ den ersten und leider auch letzten gemeinsamen Langfilm, da Villines 2016 an Krebs starb.

Geschäftsmann Roger (Taran Killam) hat Aussicht auf einen hohen politischen Posten, doch zuerst versucht er mit Freundin Gwen (Gillian Jacobs) im Haus am See ihrer Familie zu entspannen, während Roger einen romantischen Heiratsantrag plant. Wäre da nicht Todd (Bobby Moynihan), sein potentieller Schwager, der ihn mit seiner verrückten Art immer mehr den Nerv raubt…

Eine Komödie mit vielen bekannten Verlaufsmustern und einer Reihe vorhersehbarer Abläufe.
Das ist generell jedoch zu verkraften, da das passable Erzähltempo und die leichtfüßige Stimmung locker bei Laune halten und den gut aufgelegten Mimen die Spielfreude in vielen Szenen anzumerken ist.

Dennoch bleibt die Geschichte weitgehend harmlos, auch wenn zwischenzeitlich ein wenig Blut infolge ungeschickten Verhaltens auf den Bootssteg fließt, Drogen konsumiert werden und einige Ausdrücke mit zweideutiger Aussage verwendet werden. Interessant ist da eher die Figur des Todd, dessen Art man einerseits mag, weil er Dinge aus reiner Naivität vollzieht, anderweitig jedoch nervt, da er häufig übers Ziel hinausschießt, oftmals aufdringlich rüberkommt und einem jeden intimen Moment verdirbt. Ein Typ, dem man letztlich nicht böse sein kann, mit dem man jedoch nicht in die Öffentlichkeit geht, weil es jeden Moment peinlich werden könnte.

Als Gegenpol hierzu steht Roger, der stets die Ruhe zu bewahren versucht, obgleich das mit Kasino-Soundkulisse als Einschlafhilfe eher Todds Ding ist und die Gelegenheit des Heiratsantrags natürlich jedesmal zunichte gemacht wird.
Irgendwie verständlich, dass auch ein ruhiges Gemüt irgendwann die Geduld verliert, vor allem, wenn ein Live Interview zu einem Fiasko werden könnte.

Ansonsten gibt es ein paar mehr oder minder interessante Nebenfiguren wie Rogers Assistent Riggleman (Kumail Nanjiani), der ein paar großartige Zeilen absondert oder der Junge mit einem Pony, welches über das halbe Gesicht geht.
Einige Situationskomik mit makaberen Einlagen ist durchaus zu verzeichnen und die gefühlte Sektlaune der Figuren ist durchaus ansteckend, doch im Endeffekt liefert die Geschichte die ganz alte Kamelle in Sachen Beziehungskomödie, einschließlich des vermeintlichen Endes kurz vorm Showdown.

Ein Streifen mit Wohlfühlgarantie bleibt er dennoch, da sich die gute Laune der Akteure binnen kurzer Zeit überträgt, ein paar Kalauer durchaus Wirkung zeigen und ein einige groteske Einschübe die Geschichte abrunden. Wem nach Stimmungsaufheller zumute ist, kann bedenkenlos zugreifen.
6,5 von 10

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