Zeitgleich zu bspw. den Amerikanern hat das Hong Kong Kino im entsprechenden Zeitraum der Mitte der Achtziger an sich fleißig in der Ausübung des Buddy Pictures, der Actionkomödie um zwei konträr gegensätzliche Gestalten, zumeist in der Rolle und Funktion von Polizisten und so der ehrlich - harmlosen Unterhaltung voll mit Kommerzialität bemüht. Beispiele zuhauf, von denen es zwar die wenigsten in die internationale Distribution wie etwa Tiger in the Beat 1 & 2 [ 1988/90] , Skinny Tiger & Fatty Dragon [ 1990 ] oder Curry & Pepper [ 1990 ], mit der Vermarktung auch auf VHS geschafft haben, man aber seine eigene Tradition trotz der Übernahme der festen Regeln dieser Paarungen und Problematik und Lösungen dazu entwickelt hat. Hier wie dort, hüben wie drüben, ob Osten oder Westen war der große Run auf derlei Filme mit etwa Mitte/Ende der Neunziger weg; und wird erst in letzter Zeit das Rezept wieder aufgekocht und die Wiederholung und Wiederherstellung der Erfolgsformel bemüht:
Als der Hot Shot Cop Chan Kin-fei [ Bosco Wong ] bei einer unplanmäßig ausgelösten Verfolgungsjagd nicht nur mehrere Sportwagen schrottet, sondern auch den eigentlich observierenden Ermittlern in die Quere funkt und den Verdächtigen verliert, wird er aufgrund des ständigen Ärgernisses und Einsparungen mitsamt seinem Vorgesetzten Man [ Eric Tsang ] und dem Kollegen Chau [ Bob Lam ] vom CID zum CND überstellt. Dort setzt ihm Madam Chu [ Candice Yu ] ihren Familienangehörigen Johnny Li [ Jin Gang ] als Aufpasser vor die Füsse, wobei der eher weichliche, auch noch bisher die ruhige Kugel schiebende Johnny nur wenig begeistert von dieser Aufgabe ist. Schlimmer kommt es noch, als Johnnys Mutter Giu [ Elaine Kam ] und Feis Vater Philip [ Stanley Fung ] aus dem (getrennt gestarteten, gemeinsam beendeten) Urlaub zurückkehrend eine Blitzhochzeit veranstalten und die Streithähne plötzlich zu Brüdern und Wohngenossen werden. Als dann noch die verhaltensgestörtee Bessie Lo [ Charmaine Fong ], Tochter des Gangsters Lo Hoi [ Lo Hoi-pang ] und Feis obsessive Exfreundin wieder auftaucht, ist endgültig Chaos angesagt. Und eigentlich wollte sich Fei nach der Ermordung seines Jugendfreundes Lau Jing [ Jordan Chan ] um den vermutlichen Auftraggeber, den sich nach aussen hin als Philanthropen präsentierenden Hung Cheng-ting [ Gordon Lam ] kümmern; wozu man auch die Hilfe von Johnnys neuer japanophiler Bekanntschaft, der mit Pottfrisur und Mausezähnchen entstellten Olfaktorin Petite Princess [ Kate Tsui ] benötigt.
Beispiele der chinesischen Häuslichkeit aktueller Erscheinungsdaten sind dabei neben dem vorliegenden Buddy Cops vor allem noch der (bessere) Hong Kong Undercover Cop a.k.a Undercover Duet [ 2015 ], wobei beiden Filmen nicht nur ein mehr oder minder Schwimmen im Fahrwasser der Legenden anzusehen, sondern, erstmal unabhängig vom Gelingen, auch zu honorieren ist. Die zweite Eigenschaft, die sich die Filme teilen ist dann eher unrühmlicher bzw. verwunderlicher und auch leicht beunruhigender Natur. Beide Produktionen haben eine längere Vorgeschichte hinter sich, Monate des Schweigens, in denen nichts passiert, nichts an die Öffentlichkeit gedrungen, anscheinend fast ein Stopp in der bevorstehenden Distribution, ein Verschieben auf die Halde, zum Warten und Darben eingetreten ist. So wurde gerade der Buddy Cops, ursprünglich auch mit Michael Tse in der zweiten Hauptrolle und als Holy Beast Cops angepriesen, bereits für 2012 angekündigt, auch dort im April/Mai gedreht und ist der Grund für diese Verschiebung, die Verzögerung über 4 Jahre im Giftschrank weder der Öffentlichkeit bekannt noch überhaupt ersichtlich. [Die 'Qualität' des höchst pubertären Filmes allein kann es nicht sein; zwar ist das Gebotene schon nieder, so viel herausragender der allgemein schwache Komödienschnitt aber auch nicht.]
2012 also, in der Finanzierung durch den Macher dahinter, die treibende Kraft Eric Tsang und auch damit verbunden die Mitwirkung gestärkter Studios wie Sil-Metropole Organisation Ltd., TVB (Television Broadcasts Limited), Huace Pictures (Tianjin) Co., Ltd. und Shaw Movie City Hong Kong Limited eigentlich gerade von den Mitteln her als bombensicher geltend, und der Auswahl der Schauspieler eigentlich auch noch zusätzlich in der Prominenz befestigt. Die großen Namen sind nicht anwesend, aber die Stammhalter von TVB, die Lokalberühmtheiten quasi, die hier den besseren Fernsehfilm Versprechen und dies nach einem überraschend schnelleren und aufwändigeren Ersteinsatz der Polizei, samt flotter Autoverfolgungsjagd (durch Stadt, in die Fußgängerzone hinein, quer durch die Überführung) auch umsetzen.
Denn im Grunde ist es nicht nur die Geschichte zweiter komplett verschiedener Charaktere, die sich zusammen raufen müssen und dies bald auch tun, sondern wird diese Herausforderung noch erweitert durch eine ungeplante und teils ungewollte Zusammenkunft. Eine Familie wird nämlich gegründet, wobei jeweils ein Elternteil der Polizisten vom Herzen her zueinander findet, und sie Sprösslinge quasi in den Schoß der neuen Paarung und Zusammenzutun unter einem Dach, in einem Raum, als Bettnachbarn auch noch gezwungen sind.
Das ergibt anfangs gar einige gescheite und gar funktionierende Situationen, in der die jeweilige Ansicht zum und die Erfahrung im Leben als Basis für Animositäten, Scherzchen miteinander und übereinander genutzt wird; teils weniger politisch korrekte Spässken gar, in dem Fei so tut, als ob er mitternächtlich onaniert und den sich schlafend und am liebsten tot stellen wollenden Johnny anschließend mit scheinbar benutzten Taschentüchern bombardiert.
Überhaupt wird sich vergleichsweise offensiv mit der Sexualität und deren Ausuferungen und Auswirkungen in das Peinliche hinein duelliert, was an Schadenfreude beim Zuschauer gewohnt und insgesamt den lockeren Ton in Aussicht stellt, dann nur schnell in die Verkrampfung, das Durchpeitschen wollen von viel Banalität und zäher 'Romcom'absurdität anschlägt. So richtig einig ist sich Regisseur und Co-Autor Peter Tsi – ein großteils unbeschriebenes Blatt, der bisher u.a. die I love Hong Kong Neujahrskomödien produziert hat – in seiner Narration und Inszenierung aber nicht, wird doch eingangs die Möglichkeit zu Mehr, zu einer Gut-gegen-Böse Geschichte mit dem Kampf eines bis dato einsamen Gesetzeshüters gegen einen einflussreichen Mogul mit Geld, Macht und Verbindungen in alle Kreise und Dienstränge erst angerissen und dann wieder für geraume Zeit ad acta gelegt und nur sporadisch, in einem mehrsekündigen Lagerhausfinale (mit einigen wenigen guten Shootout-Einstellungen) etwa wieder eruiert.