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Nach dem großen Erfolg von „Ghostbusters“ fand sich das komplette Team aus Regisseur Ivan Reitman und der Top-Besetzung fünf Jahre später wieder zusammen, um ein famoses Sequel zu drehen.
Die Rettung New Yorks war an sich eine töfte Sache, doch ging sie für die Geisterjäger Peter Venkman (Bill Murray), Raymond Stanz (Dan Akroyd), Egon Spengler (Harold Ramis) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson) nach hinten los: Alle Jagdobjekte sind beseitigt, für die Zerstörung wurden sie verklagt und schlagen sich mit verschiedenen Jobs rum. Egon forscht, Peter moderiert eine miese Show zum Übernatürlichen. Besonders übel (aber dafür besonders amüsant) hat es Ray und Winston getroffen: Sie treten ihn ihren Outfits auf Kindergeburtstagen auf, wo sie nicht mal besonders gut ankommen.
Doch es brodelt unter der Stadt – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Fluss aus ektoplasmischem Schleim fließt in unterirdischen Katakomben und der mächtige, verfluchte Fürst Vigo, der Karpate (Wilhelm von Homburg) plant seine Rückkehr in die Welt. Noch ist seine Seele in einem Gemälde eingesperrt, das in dem Museum steht, in dem Dana Barrett (Sigourney Weaver), Peters Ex-Freundin, arbeitet. Somit hat „Ghostbusters 2“ starke Ähnlichkeiten zum Vorgänger (Geister als Vorboten eines großen Angriffs, anfangs glaubt keiner den Geisterjägern), aber dies fällt nicht negativ ins Gewicht.

Als Vigos Tun die ersten Geister freisetzt, sieht sich die Stadt gezwungen die Geisterjäger wieder arbeiten zu lassen. Doch die Sache wird persönlich: Als Körper für seine Rückkehr hat Vigo Danas im Babyalter befindlichen Sohn auserkoren...
Mit dem kommerziellen Erfolg des ersten Teils im Rücken ist „Ghostbusters 2“ ein Sequel, das mit erhöhtem Budget gedreht wurde, was sich in den Tricksequenzen niederschlägt. Es gibt etwas mehr an Schauwerten, die ohnehin schon tollen Effekte des Vorgängers werden leicht getoppt, auch wenn man da nicht mehr viel draufsetzen kann. Schön handgemacht sind die FX auch, vor allem die Attacke der Geister der beiden Hingerichteten ist wirklich famos getrickst.

Allerdings hat die stärkere Fokussierung auf die Schauwerte den kleinen Nachteil, dass man den Humor, die große Stärke des Vorgängers, etwas zurückfährt. „Ghostbusters 2“ ist sicherlich immer noch sehr witzig, die Dialoge sprühen mal wieder vor Esprit (vor allem Peters flapsige Sprüche) und auch sonst ist der Film urkomisch (hinreißend: die Fernsehwerbung für die Geisterjäger), aber insgesamt gab’s beim Vorgänger noch etwas mehr zu lachen.
Dass die Story, wie bereits erwähnt, die Blaupause des ersten Teils einfach leicht verändert übernimmt, macht sich dabei nicht negativ bemerkbar. Wieder inszeniert Reitman die Chose mit ordentlichem Tempo und das Wiedersehen mit den Charakteren aus dem Vorgänger ist einfach eine Freude. Auch Louis Tully (Rick Moranis), mittlerweile Anwalt der Geisterjäger, ist dabei, genauso Sekretärin Janine Melnitz (Annie Potts), die beide als Sidekicks für Auflockerung sorgen, natürlich dürfen Peter und Dana wieder zusammenfinden und auch sonst setzt „Ghostbusters 2“ nicht zu sehr auf seine Effekte, trotz der größeren Zahl.

Wie beim Vorgänger ist allerdings das Finale wieder ein kleines Problem, da hier wieder den Witz zugunsten von Bombast zurückfährt. Die marschierende Freiheitsstatue ist nett anzusehen, die eigentliche Battle Royale gegen Vigo fällt allerdings dann etwas zahm und unspektakulär aus, da sie weder im Bereich Action, noch im Bereich Witz noch im Bereich Effekte zu Höchstform aufläuft. Wirklich enttäuschend ist das Finale nicht, aber als Höhepunkt wäre durchaus mehr drin gewesen.
Das Geisterjägerquartett spielt mal wieder große Klasse, aber wie schon beim Vorgänger ist Bill Murray der Chef im Ring: Seine Auftritte sind stets so klasse, dass er den Rest noch übertrifft. Sigourney Weaver als schlagfertige Ex-Freundin sorgt für Östrogen in der Männerreihe, Wilhelm von Homburg ist trotz wenig Screentime ein charismatischer Schurke und Rick Moranis amüsiert als Sidekick. OK, aber wenig herausragend ist Peter MacNicol als Museumskurator unter Vigos Einfluss.

„Ghostbusters 2“ ist etwas schwächer als der erste Teil, weil nicht ganz so witzig, aber ein flotte wunderbar getimte Fantasykomödie mit wunderbaren Effekten und netten Verweisen auf das Horrorgenre bietet auch das Sequel.

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