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Fünf Jahre nach dem ersten Teil: Das Geschäft läuft nicht mehr, die Ghostbusters haben nichts zu tun, verdingen sich anderweitig und auch Ecto-1 hat schon mal besser ausgesehen. Die Jungs sind out, die vergangenen Glanztaten scheinen vergessen. Da taucht ein finsterer Karpatenfürst in einem Gemälde auf und unter den Straßen New Yorks braut sich ein schleimiger rosa Fluss zusammen, der sich den Weg durch die Stadt bahnt. Ein Fall für die Geisterjäger und so sind Egon (Harold Ramis), Ray (Dan Aykroyd), Peter (Bill Murray für seinen Gehaltscheck) und Winston (Ernie Hudson) wieder am Start.

Nach dem Erfolg des 1984er Originals war die Fortsetzung nicht verwunderlich, wenn auch ein paar Jahre ins Land zogen. Wieder unter der Regie von Ivan Reitman und nach einem Skript von Ramis und Aykroyd kamen die Geisterjäger so zu ihrem zweiten Leinwandabenteuer und hat es auch nicht mehr ganz den Esprit des Erstlings mit seinen kultigen Dialogen, so ist dieser zweite Teil immer noch ein würdiger Nachfolger.
Dabei hat sich seit ihrer Heldentat vor ein paar Jahren einiges verändert. Egon experimentiert mit menschlichem Verhalten herum, Ray betreibt einen Buchladen und tritt mit Winston (erfolglos) auf Kindergeburtstagen auf und Peter führt durch eine Talkshow fürs Paranormale.
Der Weg, den der Streifen letztlich nimmt, mutet aber bekannt an, denn man startet quasi wieder von vorne und wiederholt die Formel aus dem Erstling. Dabei mag man sich durchaus wundern, dass die Geschehnisse aus dem vorigen Teil von manchen Leuten ziemlich vergessen oder ignoriert werden. So bekommt man den erneuten Aufstieg der Truppe erzählt, was redundant ist, aber dennoch mit einigen sehr witzigen Sequenzen aufwarten kann. Auch wenn man es eine ganze Weile verpasst, Winston besser zu integrieren.

Letztlich kann sich Reitman wieder auf sein famos aufspielendes Ensemble verlassen. Das Kern-Quartett besitzt immer noch eine hervorragende Chemie und haut man sich die kultverdächtigen Sprüche auch nicht mehr derart um die Ohren, so ist immer noch einiges an Wortwitz vorhanden. Auch Sigourney Weaver ist wieder dabei. Ihr Plot mit der Wiederannäherung an Peter ist ebenso kopiert, dennoch ist es ein schönes Wiedersehen. Überaus witzig ist hier auch Peter MacNicol mit seiner exzentrischen Art. Rick Moranis' schrullige Auftritte als Louis Tully sind ebenfalls wieder sehr gelungen, gerade im Verbund mit Annie Potts als Janine Melnitz. Die beiden sind einfach ein putziges Paar. Den Schurken gibt Wilhelm von Homburg als Vigo - Scourge of Carpathia, Sorrow of Moldavia, Vigo the Carpathian, Vigo the Cruel, Vigo the Torturer, Vigo the Despised, Vigo the Unholy. So viel Zeit muss ein. Er hat zwar immer wieder ein bisschen was zu tun mit einem Auftritt hier und da, letztlich bleibt er ein okayer, aber nicht überragender Bösewicht. Das wiegt nicht so schwer, denn der Film definiert sich wie der Vorgänger mehr über seinen Mix aus Humor, etwas Grusel und der hervorragenden Gruppendynamik mit all ihren Auswüchsen. Dennoch wirkt der finale Kampf mit dem Bösen hier etwas einfallslos. Und auch der Soundtrack ist, was den Titelsong von Bobby Brown angeht, weit entfernt von dem Kulthit eines Ray Parker, jr.
Die Effekte sind dabei charmant chic, einen NES Advantage Controller hat man auch untergebracht.

Teil zwei ist eine unterhaltsame Fortsetzung. Zwar geht ihr die Lockerheit und der verspielte Charme des Erstlings stellenweise ab und die Wiederholung mancher Elemente in der Erzählung wirkt unkreativ. Insgesamt bietet der flott inszenierte Streifen aber genug Witz, um seine Spielzeit zu rechtfertigen. Das liegt auch am Ensemble, das wieder einmal das Herzstück des Films darstellt. Nicht so großartig wie Teil eins, dennoch ein geistreicher Spaß.

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