Irgendwo zwischen Besessenheitshorror und Verwandtschafts-Slasher ist das Debüt von Regisseur und Co-Autor Ben Johoshua einzuordnen, welches mit einer passablen Grundidee daherkommt, jedoch zu wenig daraus entwickelt.
Als Cameron (Kian Lawley) mit seiner Nichte (Mykayla Sohn) ihre ehemals drogenabhängige Mutter besucht, werden sie in der benachbarten Wohnung Zeuge einer lautstarken Auseinandersetzung. Dort interveniert, ergreift ein Dämon von Angie Besitz. Um diesen loszuwerden, muss Cameron sechs Mitglieder der eigenen Blutslinie töten und das innerhalb von sechs Tagen…
Ist mal eine interessante Ausgangsstellung, ob sich in Familie/Verwandtschaft sechs Personen befinden, denen man mit dem eigenen Blut ein Symbol auf die Stirn zeichnet, woraufhin diese von einem Dämon geholt werden. Um es Cameron nicht allzu schwer zu machen, wohnen die schwer erkrankten Großeltern im Haus und der Saufonkel ist auch nicht gerade ein Inbegriff des Sanftmütigen. So fallen einige Aspekte wahrlich vorhersehbar aus, andere sind für minimale Überraschungen gut, denn entpuppt sich ein potenzielles Opfer als nicht verwandt, verschwindet das Blutsymbol augenblicklich.
Dämon Lilith wird für die Taten namentlich erwähnt, die dazugehörige Bibelgeschichte, in der sie etwas mit Adam gehabt haben soll, entbehrt jedoch jedweder Grundlage.
Zu sehen ist der Dämon lediglich gegen Ende, davor wird sie in Form schwarzen Rauchs visualisiert, was nicht sonderlich spektakulär anmutet. Ist die Handlung aber insgesamt nicht.
Denn viele Möglichkeiten bleiben dem entschlossen handelnden Teenager nicht, - für eine gründliche Recherche des Familienstammbaumes bliebe ohnehin zu wenig Zeit, so dass der überwiegende Teil der Handlung in einem austauschbaren Haus stattfindet, wo es zu zwei, drei kaum erwähnenswerten Jump Scares kommt. Die CGI wirken ein wenig überholt und überzeugen ergo kaum, demgegenüber taugen der Score und die Sounduntermalung und auch die Kameraarbeit fällt passabel aus.
Darstellerisch vermag Kian Lawley die Hauptrolle solide ausfüllen, lediglich die emotionaleren Momente wirken etwas zu abgespult. Die übrigen Mimen überzeugen eher weniger, da sie entweder dem Overactings verfallen oder zu ausdruckslos performen. Gut ist noch Mykayla Sohn als besessenes Mädchen, welches zwar viel schläft, ab und an jedoch mit einer düsteren Mine zu überraschen weiß.
Nach rund 88 Minuten Laufzeit wird spätestens klar, dass die Prämisse für deutlich mehr getaugt hätte. Das Familienschlachtfest fällt weder sonderlich blutig, noch verlaufstechnisch überraschend aus, die Effekte sehen größtenteils unterdurchschnittlich aus und auch in Sachen Atmosphäre und Spannung bleibt es deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Zumindest kein Stoff für schlaflose Nächte.
4,5 von 10