Review

Diesen Film sollte sich ein Dämon schnappen

"The Chosen" setzt bei mir den Fluchtreflex ein - warum tue ich mir solche miesen Filme immer mal wieder zwischendurch an? Um Verrisse zu schreiben? Um die guten Filme mehr zu schätzen? Um mich über die Filme lustig zu machen oder aufzuregen? Wer weiß... ich jedenfalls nicht so genau. Aber ihr Horrorfans werdet mich und solche seltsamen Verhaltensweisen sicher verstehen... es können halt nicht immer nur Meisterwerke sein. "The Chosen" ist eine Billigverramschung aus "The Ring" und "Ouija - Ursprung des Bösen". Es geht um einen Fluch der auf ein kleines Mädchen gesprungen ist und ihr großer Bruder kann sie nur retten, wenn er in den nächsten sechs Tagen sechs Blutsverwandte dem Dämon zum Frass vorwirft... 


Was für ein Schrottfilm! Dabei birgt die Grundidee über das Opfern der buckligen Verwandtschaft durchaus Potenzial. Umso ärgerlicher ist dieses kinderleicht berechenbare Schauerwerk geworden. Die Effekte sind mit das Lächerlichste, was seit langem in einem "Horrorfilm" zu sehen war. Dazu Nullbock-Schauspieler, Spannungsarmut wäre noch gnädig und schlechter Humor an den falschen Stellen. Was lief hier eigentlich richtig? Mit viel Wohlwollen vielleicht noch die Kameraarbeit oder der Hauptdarsteller, der zumindest wollte. Der Rest ist unterste Schublade mit Schlaftabletten gefüllt. Nicht gerade ein gelungener Einstand für den Regisseur...


Warum nicht etwas mehr Gore? Warum so viel peinliche Computereffekte? Warum fast nur das eine Haus, der eine Schauplatz? Warum ausschließlich Unsympathen (bis auf das besessene Mädchen)? Da fehlen mir Worte und Verständnis. Ein Horrorfilm der sich so nicht schimpfen darf, den selbst unterklassige Filmfeste niemals in ihr Programm aufnehmen würden. Solche Vollpfosten von Film versperren nur den Blick bei Streamingdiensten auf echte, versteckte Perlen. Noch nichtmal so miserabel, dass er wieder witzig ist. Einfach einen Bogen drum machen, selbst für neugierigste Gruselnasen und Allesgucker. Kein Lückenfüller, sondern Geldverschwendung für die Macher und Zeitverschwendung für uns. 


Fazit: der pure Horror - in seiner falschesten Form. Vor dieser Lebenszeitvergeudung graut es jedem echten Horrorfan. Eine der größten Gurken auf Netflix. Bah!

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