Review
von Leimbacher-Mario
Manchmal bedeutet abtauchen, über sich hinauswachsen
"Piper" läuft momentan vor "Finding Dory" im Kino & ist fast besser als der Hauptfilm - einfach wundervoll diese wenigen Minuten des Erwachsenwerdens! Es geht um ein Vogeljunges, dessen Mutter ihm zeigen will, wie man sich am Meer selbst Futter besorgt. Doch eine traumatische Wellenbekanntschaft verängstigt den Kleinen nur noch mehr... "Piper" hat eine wahnsinnig gute Optik - der Strand, das Wasser & bis zu einem gewissen Grad sogar die kleinen Vögel, sind nicht mehr von Fotos oder der Realität zu unterscheiden. Wie weit & fotorealistisch Pixar da mittlerweile gekommen ist, wenn sie es denn so benötigen/wollen, lässt meinen Mund weit offen stehen. Doch wie könnte es bei Pixar auch anders sein, liegt die eigentliche Stärke des Kurzfilms nicht in oberflächlichen Qualitäten.
Pixar schafft es immer scheinbar spielend leicht eine Message, Charme & viel Herz zu vermitteln, in ihren Blockbustern genauso wie in den Shorties... und "Piper" ist da natürlich keine Ausnahme. Eher ein Flaggschiff. Zuerst ist das federleichte, wenn auch manchmal etwas traumatisch-nasse Treiben nur witzig & süß. Das würde schon reichen für einen überdurchschnittlichen Kurzfilm. Doch wenn dann der eigentliche Twist & das Aufblühen des zuerst verschüchterten kleinen Rackers kommt, dann geht es einem schlicht besser & der Tag ist gerettet. Lustig, ideenreich, optisch brillant. Dazu das Herz am richtigen Fleck mit einer gerade für Heranwachsende wertvollen Botschaft. Oder gleich mehreren. "Piper" zeigt genau warum Pixar immer noch der Klassenprimus ist. Und das die Shorts mittlerweile fast schon die Langfilme in den Schatten stellen. Der Oscar 2017 für den besten animierten Kurzfilm kann eigentlich nur einen Namen eingraviert kriegen!
Fazit: einer von Pixars besten Shorts - fotorealistisch, lustig, spannend, dramatisch, lehrreich. Mehr geht nicht in 5 Minuten!