Review

Lust & Einsamkeit


Frauen und ihr freies, erfülltes Liebesleben, 
das wollte man(n) lange Zeit nicht erleben. 

„Lady Macbeth“ erzählt von einer unglücklich verheirateten jungen Frau, 
und schuf für Lady Pugh ihres Erfolges mächtigen Unterbau. 

Von Affären und Morden, von Lust und Frust, 
hängt hier zwischen Glück und Leben eine unüberwindliche Kluft. 

Ein Regiedebüt mit Kraft und Eiern bzw. eher Eierstöcken, 
sah man bei Frauen dieser Ära selten derart unverblümt in deren Herzen, unter deren Röcken.

„Lady Macbeth“ ist ein wenig theatralisch, aber kein Stück steif oder aus der Mode, 
ein ungewöhnliches Gothic Tale, das ich nur zu gerne lobe. 

Pugh ist phänomenal, die Themen haben Gewicht, 
denn erst unter Druck, zeigt sich das wahre, wilde Gesicht. 

Voller Inbrunst und dem Mut der Verzweiflung und jahrelangen Einsamkeit, 
sucht diese schwarze Witwe eigentlich alles andere als Tod und Streit. 

Doch die Wege scheinen unausweichlich und vorgemalt, 
ein Arthouse-Krimi, der mit seiner Kunst und Schönheit niemals prahlt. 

Eine Killerin und Antiheldin, die nicht lodert sondern brennt, 
nach dieser nuancierten, furchtlosen Performance hat zum Glück keiner mehr Frau Pugh verpennt. 

Für Fans von „Alias Grace“ und „Das Porträt einer jungen Frau in Flammen“, 
von dieser Naturgewalt lässt man sich doch gerne verzaubern und „entmannen“. 

Fazit: malerisch, sensibel, kraftvoll und wichtig - „Lady Macbeth“ brilliert durch eine „starmaking“ Performance von Florence Pugh und durch Themen, die heute mehr denn je ins Auge stechen. Austen, Shakespeare, Softcore, Romantik, Feminismus. Sexy & stark! 

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