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iHaveCNit: A United Kingdom (2017)

Im ganzen Fahrwasser der Renaissance des „Black Cinema“ kommt auch ein ganz feiner britischer Film im die Ecke, der Liebesgeschichte, Bürgerrechtsdrama und Historienfilm vereint. „A United Kingdom“ heißt er und hat mit Rosamund Pike und David Oyelowo bereits 2 Argumente gehabt, warum ich mir den Film ansehen wollte. Und wie immer hatte ich für mich ein stilsicheres Händchen gehabt, auch wenn der große Wurf ausgeblieben ist.

London 1947. Seretse Khama studiert Jura in der britischen Metropole und lernt die Büroangestellte Ruth Williams kennen und lieben. Beide heiraten. Da Seretse Khama jedoch im damaligen Beschuanaland (heutiges Botswana) der Thronfolger ist, missfällt seiner Familie diese Eheschließung. Und die politischen Bündnisse zwischen Großbritannien und Beschuanaland verschärfen sich damit zunehmends, weil auch die in Südafrika Einzug haltende Apartheid entsprechenden Druck und Einfluss auf diese politische Lage und auch die Liebe zwischen Seretse und Ruth ausübt, die somit um ihre Liebe kämpfen müssen.

Der Film ist extrem überambitioniert und komplex, wenn man sich die Synopsis des Films anschaut – so dass er sein ehrenwertes durchaus vom Leben für das Kino gemachte Thema in seinen 113 Minuten kaum mit dem notwendigen Tiefgang erzählen kann und etwas überladen wirkt. Gerade der Kernpunkt eines Liebesdrama vor bürgerrechtlichem Hintergrund hat z.B. Jeff Nichols dieses Jahr in „Loving“ bewusst feiner, zurückhaltender, nuancierter und fokussierter gestaltet, in dem er sich auf seine beiden Hauptdarsteller (Joel Edgerton und Ruth Negga) konzentriert hat. Aber die Liebesgeschichte hier zwischen Rosamund Pike und David Oyelowo hält den ganzen Film dennoch sehr gut zusammen und beide spielen ihre Charaktere mit einer tollen Chemie und Glaubwürdigkeit, dass einem die Geschichte dann doch als entsprechendes Gefühlskino mitnimmt. Optisch wechselt der Film von einem grauen, vernebelten, tristen London hin zu einem sonnigen, lichtdurchfluteten, warmen und faszinierenden Botswana hin und her. Mir hat der Film gut gefallen, auch wenn er etwas zu viel wollte.

„A United Kingdom“ - My First Look – 7/10 Punkte.

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