Familie Ramses ist aus den Staaten nach Paris gezogen, wo sie eine Burger-Bude betreiben. Da der Rubel aber nicht wie erwartet rollt, muß Papa Fuad (Robert Rusler) noch ein paar Stunden Extra-Schicht als Nachtwächter in einem ägyptischen Museum schieben, um die Familie durchzubringen. Dort erliegt der nach außen hin patriarchalisch auftretende, insgeheim jedoch von Tabletten abhängige Fuad dann allerdings gewissen Halluzinationen der mesopotamischen Göttin Ištar. Diese beeinflußt ihn, ihr Menschenopfer darzubringen, deren Fleisch dann in Fuads Burger-Bude auf dem Grill landet - was manche Kunden in Unkenntnis der Herkunft durchaus zu schätzen wissen. Dann aber verlangt Ištar auch Fuads Ehefrau Louise (Caroline Williams) und Tochter Penny (Sophie Monk) zu opfern...
Dass es sich bei Blood Feast - Blutiges Festmahl um ein weiteres Remake eines 1963 erschienen, eher unbedeutenden Kannibalen-Filmchens des allseits bekannten „Godfather of Gore“ Herschell Gordon Lewis handelt, kann weder als Erklärung noch als Entschuldigung für diesen leider missglückten Aufguss herhalten - denn trotz ansprechender Optik, gut gewählten Akteuren, tadelloser Kameraarbeit samt passendem Score sowie einigen netten handgemachten Splatter-Szenen vermag dieser Streifen dank eines völlig verhunzten Drehbuchs/Dialogregie zu keiner Zeit auch nur annähernd Spannung zu erzeugen - zu unlogisch agieren die Darsteller, zu riesig sind die Logiklöcher.
Da wäre zunächst das beherrscht auftretende Familienoberhaupt, das nachts im Museum von einer zum Leben erwachten Person an der Kellertreppe angesprochen und offenbar beeinflußt wird (wieso gerade diese Göttin der fleischlichen Lust und weswegen überhaupt wird bis zum debilen Finale nicht schlüssig erklärt). Ein kleiner Hinweis seiner Frau, daß Fuad seine Pillen zu nehmen vergessen hat, mögen dies noch erklären, nicht jedoch, wieso dieselbe Ehefrau kurz darauf einem abgerissen daherkommenden Jugendlichen in der Burger-Bude erstaunlich selbstlos nicht nur ihren Kaffee überläßt, sondern ihm darüber hinaus auch noch ein kostenloses Frühstück spendieren will. Der hinzugekommene Fuad, sonst eher diplomatisch auftretend, schmeißt den Burschen jedoch kurzerhand unsanft raus - beide Handlungsweisen passen überhaupt nicht zu den vorher eingeführten Charaktären.
Später lernen wir die Clique von Tochter Penny kennen, 2 Mädels und 2 Burschen, die öfters in der Burger-Bude abhängen und dabei auch die neuerlich spezielle Fleischqualität von Papa Ramses´ Grill zu würdigen wissen. Die 5 ziehen sich in irgendeine alte Fabrik(?) zurück, wo einer der Burschen, der auf die dunkelblonde Mathilde steht, seine Zuneigung mit dem folgenden Satz ausdrückt: "Wir waren mal auf so einer Party, da hat Mathilde nem Typen auf den Schwanz gekotzt..."
In dieser (kakophonen) Tonart geht es weiter: Irgendwann nachts steigt eine dunkelhaarige Schönheit im Abendkleid aus einem Oldtimer-Sportwagen (wobei die Kamera verdächtig lange auf dessen Heck-Aufkleber - einem Sportwagen-Tuner - verharrt; das nennt man wohl Product Placement) und geht mit einem leeren Benzinkanister zur Burger-Bude. Dort wird ihr von Fuad (wann schläft der Typ eigentlich?) aufgesperrt und ein Glas Wasser angeboten und serviert. Daß sie eventuell Benzin braucht, hat die Schönheit schon längst vergessen, als sie den in dieser Szene im Stile eines John Cleese vollkommen nüchtern auftretenden Fuad ("Du hast wunderschöne Augen") ganz unvermittelt anbaggert: "Würdest du sie auch gerne mal mit Sperma im Gesicht sehen?" - wtf?
Zwischen solcherlei Dialogen langweilt eine billige Love-Story zwischen Tochter Penny und einem jungen Polizisten (dem einzigen ermittelnden Beamten in diesem Fall) den leidgeprüften Zuschauer - es kostet weißgott Überwindung, den ständig zwischen Komödie, Ernsthaftigkeit, Torture-Porn, Langeweile, Trash und schlichter Zuschauer-Verarschung hin- und herspringenden Film in einem Stück anzuschauen.
Bezüglich der Splattereinlagen sind einige Details der als Ritualmorde apostrophierten Gewaltszenen hervorzuheben, hier besonders ein in mehreren kurzen Schnitten gefilmter Schächtschnitt, der wie blutige Striemen, ein offen liegendes Gehirn, ein abzusägender Schwanz oder eine herausgerissene, beim Einstecken sehr formstabile Zunge nicht am Computer entstanden sind. Aber auch dieses durchaus positive Attribut handgemachten Gemetzels, sowie die (trotz der zeitweilig getragenen, erbärmlich lächerlichen Hundemaske) charismatisch zu nennende Ausstrahlung von Hauptdarsteller Robert Rusler (Nightmare on Elm Street 2) vermögen in Summe nichts auszurichten gegen die völlig widersinnigen Handlungen und unpassenden Wortspenden.
Vielleicht hätte ein professioneller Drehbuchautor, der von dramaturgischem Filmaufbau auch nur die leiseste Ahnung hat, hier etwas bewirken können, denn optisch ist das alles zwar in Ordnung und streckenweise sogar sehenswert, inhaltlich aber tendiert das hanebüchene Festmahl gegen Null. 2,49 Punkte.