Review

Tägliche Routine: Abläufe gleichen sich, man kommuniziert mit den selben Leuten, Wortlaute wiederholen sich genauso wie bestimmte Gewohnheiten und Handlungsweisen.
Hat man eine sehr spezifische Situation schon einmal nahezu identisch erlebt, spricht man von einem Déjà-vu, wiederholen sich gar komplette Tage, ist eine Zeitschleife wahrscheinlich.
Zumindest wenn das Murmeltier täglich grüßt oder eben der Tod.

An den dachte Milton zunächst noch nicht, als er in einer Entzugsklinik landet und dort auf Skyler trifft, die ihn als Koch für eine große Portion Crystal Meth gewinnen will. Nach dem Ausbruch mithilfe ihres psychopathischen Lovers Russell landen die drei in einer Hütte am Waldrand, wo es rasch zu Spannungen kommt. Als Milton am nächsten Morgen erwacht, scheint sich der Vortag haargenau zu wiederholen, - mit all seinen Konsequenzen…

Der Streifen macht keinen Hehl daraus, die Grundidee nicht erfunden zu haben, doch Regiedebütantin Madellaine Paxson spinnt die Versatzstücke ein wenig weiter und lädt ein ums andere Mal zu skurriler und teils makaberer Situationskomik ein.
Running Gags sind natürlich vorprogrammiert, wenn Russell wie jeden Morgen zum Frühstück ruft, was seine vermeintlich letzten Worte sind und dieser im Verlauf mit verschiedenen Waffen völlig entspannt ins Jenseits befördert wird. Die Abläufe beruhen auf Wiederholungen, der Reiz liegt jedoch in den Variationen.

Und ein wenig auch in der Dreiecksgeschichte, bei der die Fronten nicht gleich geklärt sind, zumal der Zuschauer nicht weiß, was zwischen oder vor diversen Tageswiederholungen gelaufen ist. Wer paktiert mit wem, wer stellt wem eine Falle oder bereitet sich besser auf den nächsten Tag vor, - das sind entscheidende Aspekte, welche die Geschehnisse stets in eine neue Richtung lenken und für Abwechslung sorgen.

Hinzu kommen ein paar kleine Gewalteinlagen wie Einschüsse, Kehlenschnitt oder abgetrennte Finger, jedoch nichts sonderlich Explizites. Der Score offenbart zwar keine Besonderheiten, die Songauswahl ist jedoch passend und auch sonst ist handwerklich nicht viel auszusetzen. Darstellerisch wird passable Kost geboten, nur die Synchro gehört nicht zur ersten Riege.

Ansonsten versucht jemand, im Rausch den Mond zu fangen, nach dem Aufwachen wird sich als erstes übergeben und wer nicht mindestens einmal einen Drogendeal durchgespielt hat, kann diesen am Folgetag noch einmal unter veränderten Gesichtspunkten durchziehen, ohne dabei draufzugehen.
So bleibt ein unterm Strich unterhaltsamer Genrebeitrag, der zwar eine etwas zu lange Vorlaufzeit benötigt, dann allerdings mit der einen oder anderen humorvollen Situation aufwartet und hinsichtlich des hanebüchenen Grundthemas nur wenige Logiklücken entstehen lässt.
Knapp
7 von 10

Details
Ähnliche Filme