Review
von Leimbacher-Mario
Kill that Bitch!
Junge trifft Mädchen. Mädchen küsst Jungen. Das Bett wackelt. Und beide landen in einer fiesen Zeitschleife mit dem Psychofreund der Verführerin... Klassische Geschichte. Zumindest fast. Denn "Blood Punch" hält die ein oder andere Überraschung bereit, für jeden der jetzt zu schnell an Bill Murray, "Happy Death Day" oder Netflix denkt. Für den kreativen Genremix spricht seine frische, freche Art, die bodenständigen Darsteller und die unberechenbare Geschichte und Figurenkonstellation. Umso weniger man vorher weiß, desto steiler steigen Spasspegel, Neugier und Überraschung.
"Blood Punch" ist etwas für den hohlen Zahn und sicher kein totaler Spielveränderer, doch das was er erreichen und machen will, gelingt ihm. Er ist fetzig, er überspielt seine monetären Beschränkungen und die Gefühle sitzen an den richtigen Stellen. Egoismus gegen Liebe. Immer mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen und einem Hauptdarsteller, den man ja eh spätestens seit "Deathgasm" ins Herz geschlossen hat. Alles wirkt überdreht und seltsam aber gleichzeitig herrlich normal und auf dem Boden geblieben. Angenehm. Sehr sogar. Bei einer in jedem Fall möglichen Fortsetzung, stehen alle Türen und Tore offen. "Blood Punch" ist ein kleiner Indie-Immergeher, bei dem es mich wundert, dass ihn das Fantasy Filmfest oder andere größere Genreevents übersehen haben. Er verdient mehr Aufmerksamkeit und wird über die Jahre sicher ein paar Fans gewinnen und Stunden versüßen. Leicht zu gucken und schwer zu hassen. Erst recht bei Erwartungen in Bodennähe.
Fazit: Femme Fatale im Loop - eine der besseren Zeitschleifen. Unabhängig. Sympathisch. Kurzweilig. Ein prickelnder Cocktail gegen Langeweile. Selbst wenn mit etwas mehr Mut, Blut und Budget noch mehr drin gewesen wäre.