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Ist der Ruf erst ruiniert, produziert es sich ganz ungeniert, - das zumindest scheint Regisseur Keoni Waxman während seiner nunmehr 16. Zusammenarbeit mit Kampfwurst Steven Seagal im Hinterkopf gehabt zu haben.

John Harmon (Seagal) war als Agent für CIA und DEA tätig und wird aus dem Vorruhestand geholt, um in Istanbul die Koalition zwischen einem mexikanischen Drogenboss und einem Terroristen zu vereiteln. An seiner Seite versuchen Agentin Zara (Jemma Dallender) und Drohnenpilot Matthew (Russell Wong) die Lager gegeneinander auszuspielen…

Zwischen Waxman und Seagal hat sich eine derartige Routine eingestellt, dass „Contract to Kill“ kaum von ihren üblichen Fließbandarbeiten zu unterscheiden ist.
Ausschließlich in Rumänien gedreht, gehen die Lokalitäten selbst mit Farbfilter nicht annähernd als türkische Umgebung durch und auch die leicht konfus aufgebaute Story benötigt eine Weile, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nachdem deutlich wird, wer die Bösen und die nicht ganz so Bösen sind.

Allerdings fällt das Treiben ungewöhnlich geschwätzig aus, was hinsichtlich einiger grenzdebiler Dialoge und politisch einseitiger Positionen nicht positiv zu werten ist.
Seagal bewegt seine Lippen zumindest deutlich häufiger als die Beine, die mittlerweile bewusst von der Kamera ignoriert werden. Der erste Fight findet sogar im Sitzen statt, später wird wie gewohnt ein Double bemüht, wobei Seagal bei einigen Moves mit den Armen immerhin selbst aktiv eingreift. Treppen steigen klappt auch noch, - obwohl, - da seine Beine nicht zu sehen sind, könnte er sich auch auf einem voll motorisierten Stepper befunden haben.

Die Fights nehmen nicht allzu viel Raum ein, sie sind schwach choreographiert und überwiegend hektisch geschnitten. Russel Wong erhält ebenfalls Raum für körperliche Betätigung und schlägt sich dabei ebenso solide wie Jemma Dallender, die sich für eine peinliche Erotikszene mit dem Aikido-Moppel sogar hat doubeln lassen. Ansonsten werden kaum Schauwerte geliefert, denn eine Autoverfolgung verläuft komplett unspektakulär, während zwei Explosionen (ein Auto und Teil eines Hauses) zumindest ohne CGI auskommen.
Beide Einlagen haben mit der eigentlichen Handlung allerdings wenig zu tun und wurden nur deshalb in Szene gesetzt, weil sich die Abläufe bei Fights und Ballereien auf Dauer eh nur wiederholen.

Wären da nicht ein paar herrlich hanebüchene Gimmicks wie ein Stimmen-Emulator, der sogar den Akzent perfekt zu imitieren vermag oder eine Apparatur, mit der man durch dicke Hotelwände sehen kann, würde der Stoff, trotz einigermaßen flotten Erzähltempos komplett an einem vorbeirieseln. Seagal hat im Grunde genommen weniger zu tun als dessen Synchronstimme Ekkehardt Belle, der in gewohnt kerniger Manier für Coolness sorgt.
Dem Film selbst hilft das jedoch kaum.
3,5 von 10

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