Review

Der Bushwood Golfclub ist voll von Snobs aus diversen Oberschichten. Als dann der prollige Baumagnat Al Czervik in den Club hereinplatzt, ist der Ärger vorprogrammiert. Zur selben Zeit versucht der aus armen Verhältnissen stammende Danny Noonan das begehrte Caddy-Stipendium zu bekommen, um einen Platz am College zu ergattern.
Caddyshack gehört zu der damals seltenen Gattung der Golfkomödien, die inzwischen um einige Vertreter erweiter wurden (z.B. mit "Happy Gilmore").
Warum vergebe ich für so einen "alten Schinken" neun Punkte? Gut, das liegt schon alleine an dem grandiosen Dreigestirn der Darsteller. Chevy Chase, Bill Murray und Rodney Dangerfield. Alle drei haben ihren speziellen Humorcharakter in diesem Streifen.
Chevy haut die Sprüche staubtrocken heraus, mutet ab und an wie von einem anderen Stern an und ist das heimliche Golf-Ass von Bushwood. Bill Murray ist der etwas zurückgebliebene Platzwart Carl, der ebenfalls nicht mir Sprüchen spart, aber der Knaller ist ganz klar Rodney Dangerfield. Was der Junge im Stakkato an Sprüchen heraushaut, ist der Wahnsinn.
Die Geschichte gewinnt sicher nicht der Originalitätspreis, reicht aber um die Komik drum herum zusammen zu halten. Im Grunde besteht sie aus drei Handlungssträngen:
Danny Noonan (bei dem gleich zu Beginn, mit seiner Großfamilie, unverkennbar klar gemacht wird, aus welcher Schicht er kommt), der versucht das Caddy-Stipendium zu bekommen und in der Oberschicht zu punkten (speziell bei der hübschen und leichtfüßigen Nichte von Richter Smails). Dann gibt es noch Carl, der den Film über versucht einen Gopher vom Golfplatz zu vertreiben, natürlich mit diversen Misserfolgen.
Und dann wäre noch das Duell Richter Smails vs Baulöwe Al Czervik (Snob vs Prolet). Diese drei Handlungsebenen treffen sich immer wie auf und um den Golfplatz herum.
Warum ist der Streifen so witzig? Da wäre Chevy Chase, der so was von verrückten Sprüche ablässt, das es ein Freude ist. Hier zeigt er schon, was er drauf hat, bis er später in seiner Paraderolle als Familienvater Clark W. Griswold Erfolge feierte. Einfach nur genial.
Der leicht schwachsinnige Carl spart auch nicht gerade mit philosophischen Weisheiten und bringt sich durch die Jagd auf den Gopher immer wieder in verrückte Situationskomik.
Der Hammer ist aber ganz klar Rodney Dangerfield. Der Junge haut im Sekundentakt Sprüche raus, dass man fast nicht hinterherkommt.
Hier muss man auch ganz klar zwischen Originalton und deutschen Synchronisation unterscheiden. Was die deutsche Synchro dem Guten da teilweise zusätzlich oder abgeändert in den Mund gelegt hat, ist fast noch besser als im Original und somit hat man (im weitesten Sinne) fast zwei verschieden Filme. Die deutsche Version spart nicht an Zoten und Kalauern. Wer auf so etwas steht, wird hier königlich bedient!
Dazu gesellen sich diverse Kriegsnebenschauplätze, die ebenso mit (Situations)Komik glänzen (oft im Hintergrund). Alleine die Weiße Hai Hommage ist ein Knaller oder Chevy Chase, der zeigt, wie man Tequila richtig trinkt.
Typische 80er Jahre Themen sind hier auch vertreten. Sex, Drogen, der Arm/Reich Konflikt und auch gerne mal (sozial)kritische Töne, wie eine ungewollte Schwangerschaft. Zum Schluss gibt es als Höhepunkt noch ein illegales Golfduell zwischen Richter Smails und Al Czervik, das aber nicht ganz gegen den vorangegangenen Humor bestehen kann und natürlich mit einem Klischee-Ende abschließt.
Der Soundtrack ist typisch 80er und punktet mit den Kompositionen von Kenny Loggins ("Footloose"). Regisseur Harold Ramis (Ghostbusters) liefert hier sein Regiedebüt ab, hat mit Murrays Bruder das Script geschrieben und überzeugt in der Inszenierung. Oft erweckt die Kamera mit ihrer Perspektive einen falschen Eindruck, der auf den zweiten Blick etwas ganz anderes darstellt und zum schmunzeln anregt.
Wer auf Sprüche à la Bud Spencer/Terence Hill steht, einen der drei Comedy-Asse mag oder eine Komödie im Golf Genre sucht, der ist hier absolut richtig. Ich habe den Film schon rauf und runter geschaut, trotzdem wird er mir nicht langweilig und speziell mit einer Gruppe Gleichgesinnter ist das Teil nochmal so lustig. Jahre später gab es eine Fortsetzung, die ganz klar nicht das Niveau halten konnte, aber trotzdem noch ganz lustig ist. Ich liebe Caddyshack! Für mich ein Komödien-Klassiker, der die meisten heutigen Fäkalhumor Streifen locker in die Tasche steckt.
"Nanananananana..." (Ty Webb)

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