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Chaos auf dem Golfplatz

Bushwood, ein snobistischer Golfclub für neureiche Angeber hat ein Problem: Der heilige Rasen wird von einem Gopher, einem fießen Erdhörnchen, aufgewühlt. Da so was natürlich gar nicht geht, wird Untergärtner Carl Spackler (Bill Murray) beauftragt, sich der Nagerplage anzunehmen. Mit zunehmend rabiateren Methoden rückt er dem kleinen Fellknäul auf den Pelz.

Gleichzeitig hat der spießige Clubbesitzer Smails (Ted Knight) aber ganz andere Sorgen: Der großmäulige Immobiliengigant Al Czervik (Rodney Dangerfield) kommt als ungebetener Gast Nr. 2 in seinen Club und mischt das Establishment ordentlich auf. Das geht so weit, dass die beiden ein illegales Spiel über eine sechsstellige Summe austragen.


Caddyshack ist einer der ganz wenigen Filme, der Golf als zentrales Thema hat und - einer Komödie entsprechend - alle mit dieser Sportart einhergehenden Klischees herrlich durch den Kakao zieht. Da wären auf der einen Seite die Leute aus der High Society, für die Golf anscheinend so wichtig ist wie für andere Leute ihre tägliche Mahlzeit. Auf der anderen Seite die Menschen aus der normalen Mittelschicht, die einfach nur im Club ihren Lebensunterhalt verdienen wollen und nicht immer den Respekt erfahren, der ihnen eigentlich zusteht.

Durchgeknallte Charaktere hat der Film so einige zu bieten: Neben Bill Murray als schrulligen Gärtner und Chevy Chase als gutmütigen, aber dennoch irgendwie exzentrischen Gentlemen ist es vor allen Dingen Rodney Dangerfield, der den anderen Akteuren die Show stiehlt. Er gibt den dauerplappernden Immobilienmogul mit einer Hingabe, dass es eine wahre Freude ist. Ständig hat er irgendeinen dummen Spruch auf den Lippen, sehr zur Erheiterung des Zuschauers und diverser Clubmitglieder, noch mehr allerdings zum Ärger von Richter Smails. Der Konflikt zwischen den beiden zieht sich fast durch den ganzen Film und sorgt so für eine Menge urkomischer Situationen.

Nebenbei geht es für Caddy Danny noch um die Möglichkeit, ein Stipendium zu gewinnen, einer Vaterschaft in die Augen zu sehen und als Ersatzspieler für Czervik das Match an sich zu reißen.
All diese und weitere kleine Subplots sind geschickt in die eigentliche Geschichte eingebaut und sorgen für ein stets hohes Tempo.

Die Gagdichte ist erstaunlicherweise in der deutschen Synchro sehr hoch, was für die Leistung des Synchronteams spricht. Leider besitze ich keine DVD, so dass ich das Englische Original nicht zum Vergleichen hernehmen kann. Möglicherweise kommt dort der ein oder andere Gag noch besser rüber.

Caddyshack ist ein großer Klassiker unter den Sportkomödien und hat mit der Golfthematik auch fast Alleinstellungscharakter (nur Happy Gilmore kommt mir noch in den Sinn). Viel Blödelei ohne großen Tiefgang liefert eineinhalb Stunden feinste Unterhaltung. Mehr muss auch gar nicht sein.

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