Mitte der 1970er Jahre treiben diverse Gangs ihr Unwesen an amerikanischen Schulen - im vorliegenden Fall sind es eine handvoll Mädchen unter der Führung der brünetten Lace (Robbie Lee), die sich Dagger Debs nennen und ihren faden Alltag mit Kleinkriminalität aufzupolieren versuchen. Befreundet mit den Burschen der Silver Daggers - Lace ist mit deren Anführer Dominic (Asher Brauner) zusammen - haben beide Gangs das Sagen auf dem Schulhof, was von Lehrern wie auch dem Rektor respektiert wird.
Als sie eines Tages an ihrem Treffpunkt (einer Imbißbude) andere Gäste dort vertreiben, widersetzt sich eine einzelne Person der Aufforderung, zu verschwinden: Maggie (Joanne Nail) läßt es drauf ankommen und schafft es tatsächlich, das sie angreifende Gang-Mitglied Patch (Monica Gayle) auf die Bretter zu befördern. In diesem Moment aber kreuzen die Cops auf und setzen alle Beteiligten, inklusive der sich nur verteidigenden Maggie, erst einmal fest. Im Gefängnis von den anderen zunächst mißtrauisch beäugt, wird Maggie dann von einer Wärterin übel mitgespielt, was die Dagger Debs jedoch zum Anlaß nehmen, ihr zu helfen und ihrerseits das Gefängnispersonal zu vermöbeln.
Maggie, die nach Lace´ Meinung als neues Mitglied zur Gang gehören soll, wird als erste entlassen und überbringt Silver Daggers-Anführer Dominic einen Liebesbrief von Lace - doch Dominic interessiert sich nicht für diese Zeilen, sondern nur für deren Überbringerin. Er folgt ihr nach Hause und zwingt sie zum Sex - was diese jedoch bereitwillig geschehen läßt.
Als die restlichen Gangmitglieder schließlich auch entlassen werden, tun sich Grabenkämpfe zwischen den Mädels auf - besonders Patch ist der blonde Neuzugang ein Dorn im Auge und sie wartet nur auf eine Gelegenheit, die verhasste Maggie loszuwerden. Die Möglichkeit dazu kommt schon bald, als eine rivalisierende Jugendgang unter der Führung des schmierigen Crabs (Chase Newhart) neu an die Schule versetzt wird...
Blaxploitation-Ikone Jack Hill (Foxy Brown, 1974) wollte ursprünglich einen ernstgemeinten Streifen über Gangs drehen, überlegte es sich dann jedoch anders und ließ seine Bronx Katzen (so der deutsche Titel) in einer Art Fantasy-Komödie auftreten, in der sich weibliche Machos mit Seifenopern-Themen herumschlagen und am Ende die Männer loswerden, da sie als Frauen ja viel bessere Gangmitglieder abgeben.
In Kniestiefeln stolziert da also ein halbes Dutzend Mädels zwischen 16 und 18 Jahren herum, läßt möchtegern-derbe Sprüche ab und wirkt dabei weder gefährlich noch sympathisch, am allerwenigsten jedoch authentisch. Die dargestellten Männer sind, von Dominic einmal abgesehen, sämtlichst Schlappschwänze und für die Highschool mit Mitte Zwanzig sichtlich zu alt, dienen nur als Staffage und können die sich zunehmend auf sich selbst besinnenden Mädels natürlich weder aufhalten noch ihnen sonst Paroli bieten. Aber der Regie ging es wohl auch gar nicht um irgendeine dramatische Zuspitzung, sondern um so etwas wie Frauen-Power, die mit Laiendarstellerinnen, den filmtechnisch unzureichenden handwerklichen Mitteln und dem spürbar geringen Budget freilich zu keiner Zeit irgendeinem Anspruch genügt.
Den angedachten Wendungen (tatsächlich gibt es Verrat, Liebeskummer und ein bißchen - völlig mißratene - Action) gebricht es dabei nicht nur am Timing, sondern auch an der Dialogregie - kaum eine diesbezügliche Szene kommt überzeugend rüber. Die Darsteller chargieren bezüglich Gestik und Mimik zwischen bemüht und völlig unfähig. Die wenige Gewalt findet weitgehend im Off statt, der Sleaze-Faktor tendiert, von ein paar eher zufällig zu sehenden Brüstchen im Hintergrund, ebenfalls gegen Null. Wirklich peinlich wird dann ein Shoot-out auf einer Rollschuhlaufbahn, bei der mindestens die Hälfte der Einschußlöcher vergessen wurde und trotz automatischer Waffen (ohne Mündungsfeuer) erstaunlich wenig Tote zu beklagen sind.
Zugutehalten muß man Switchblade Sisters jedoch, daß sich der Streifen selbst nicht sonderlich ernst nimmt: die jeder Beschreibung spottende Gefängnis-Wärterin, die dann selbst verprügelt wird oder Patch´ silberne Augenklappe mit dem Schmetterling, später eine schwarze Mädels-Gang mit kommunistischen Idealen sind Zutaten, die einen eher schmunzeln lassen. Leider endet der Streifen nach all den großspurigen Ankündigungen seiner Proponenten dann vorhersehbar konventionell.
Fazit: Trash-Freunde mögen bei diesem von einem Logikloch zum nächsten stolpernden Streifen vielleicht auf ihre Kosten kommen, alle anderen dürften sich mangels sympathischer Filmcharaktäre bestenfalls mäßig unterhalten fühlen. 3 Punkte.