Review

Dean Koontz, der Stephen King des einfachen Mannes, haut dermaßen viele Bücher auf den Markt, dass man kaum hinterher kommt und genauso produziert das US-TV Filme, die auf diesen Büchern basieren. So trickarm und ergebunden wie Koontz schreibt, kostet das auch nicht so viel und ist meistens so wenig spektakulär, dass ein Kinoeinsatz eh nicht in Frage kommt.

„Black River“ ist auch so ein Fall, der für Direct-To-DVD prädestiniert ist, aber als 90-Minüter trotzdem passabel unterhalten kann.
Jay Mohr gibt sich hier ganz viel Mühe, als eine Art L.A.-müder Autor rüberzukommen, der durch Zufall in dem kleinen Städtchen „Black River“ ankommt, von wo man ihn bald nicht wieder weglassen will. Eine geheimnisvolle Instanz kontrolliert und überwacht die Stadt, sorgt aber wohl auch dafür, dass die Bewohner ungeheuer glücklich sind…

Was jetzt ein moralisches oder individualistisches Gedankenspiel wert wäre, verkommt in der Filmversion zu einem oberflächlich unterhaltsamen Film, der trotz eines graphischen Todesfalls zu Beginn nie so richtig beklemmend oder gruselig wirken will. Stattdessen provoziert die kleine Gemeinde, in der jeder scheinbar Glück hat, eher zu skurilem Gelächter.
Und auch die halbherzigen Versuche Mohrs, aus dieser Idylle wieder zu entkommen, entsprechen nicht dem, was man sich vielleicht von einem sauberen Spannungsbogen erwarten würde.
Zwischendurch scheint der Film mal einmal auf Tempo zu machen, aber als sogar Todessatelliten gegen Flüchtlinge eingesetzt werden, ebbt es schon wieder ab.

Natürlich will man in erster Linie wissen, wer hinter diesen ganzen Vorgängen steckt, doch ist die Enthüllung am Ende kaum von besonderem Interesse, da einem bezüglich des Ausgangs dieses halben Dramas der Off-Kommentator am Anfang schon alle Zähne gezogen hat.

Und so ist es dann auch eher eine Überraschung wenn der Autor Akins am Ende so etwas wie ein leises Aufbegehren gegen die Umstände versucht, ein letztes Flackern an Willen zur freien Entscheidung und sei sie auch die falsche Entscheidung.
Was in einer guten SF-Mystery-Story ein sauberes Plädoyer für Individualismus wäre, verkommt so zur soften TV-Unterhaltung, deren düstere Möglichkeiten leider in keiner Phase ausgenützt werden.
Aber wer Koontz kennt, weiß, dass er erzählerisch nie mal so herzhaft auf die Kacke haut, so dass man die Story zwei Wochen nach Studium noch im Langzeitgedächtnis vorfindet.

Ein braves Stück TV-Unterhaltung, sauber produziert, aber genauso nährwertfrei und klinisch sauber, wie der manische Zähneputzer Koontz seine Beißerchen pflegt. (5/10)

Details
Ähnliche Filme