Nach zwei Kurzfilmen meldet sich der spanische Regisseur Nacho Vigalondo mit einem abendfüllenden Streifen zurück, der in konzentrierter Form ebenfalls als Kurzfilm durchgegangen wäre. Stattdessen liefert er eine emotionale Berg – und Talfahrt, die zuweilen ein wenig crasht.
Aufgrund von Alkoholproblemen wird Gloria (Anne Hathaway) von ihrem Verlobten vor die Tür gesetzt, woraufhin sie nach New Hampshire zurückkehrt und in ihrem leeren Elternhaus unterkommt. Sie trifft auf ihren alten Schulkameraden Oscar (Jason Sudeikis), der eine Bar leitet und bei dem sie als Kellnerin arbeiten kann. Als es in Seoul zu einer Zerstörungswelle durch ein Monster kommt, entdeckt Gloria Parallelen zu ihren eigenen Bewegungsabläufen…
Es ist schon eine absurde Idee, morgens um Punkt 08:05 Uhr auf einem Spielplatz in einem verschlafenen Kaff Bewegungen zu machen, die parallel ein echsenartiges Godzilla-Monster In Südkorea lenken. Es kommt wie aus dem Nichts, kündigt sich mit einigen Blitzen an und entmaterialisiert sich kurz darauf wieder. Tatsächlich wird mithilfe kleiner Flashbacks versucht, fadenscheinige Erklärungen für das Phänomen zu liefern, was auch erklärt, warum sich zu dieser Szenerie irgendwann ein Roboter hinzugesellt.
Als reines Action-Spektakel sollte man Vigalondos Werk jedoch nicht betrachten, denn lange Zeit pendelt seine Erzählung zwischen Drama, Beziehungskiste und Komödie, was durchaus mit Dialogwitz und Situationskomik bei Laune halten kann. Glorias Alkoholproblem und ihre Einstellung zur Männerwelt erhält zwischenzeitlich einen symbolischen Charakter, wobei einige Entwicklungen ein wenig abrupt daherkommen, was ebenfalls auf die Wandlung eines Sympathieträgers zutrifft. Als der Stoff im letzten Drittel beinahe zum Psychothriller mutiert, droht er komplett aus dem Ruder zu laufen, doch dem pointierten Finale gelingt es gerade noch die Kurve zu kriegen.
Anne Hathaway trägt so eine Rolle natürlich locker und ist sich nicht zu schade, auch mal völlig verpeilt in der Ecke zu liegen. Jason Sudeikis ist überraschend gut, während die übrigen Mimen ein wenig blass bleiben. Auch der Score fällt nicht weiter auf, während die Action in den wenigen Spektakelmomenten sauber inszeniert ist und die Monster keineswegs trashig erscheinen.
Vielleicht sind es am Ende ein paar Genres zuviel geworden, die Vigalondo innerhalb der 109 Minuten Laufzeit unter einen Hut bringen wollte, zumal das Beziehungsgedöns nur sehr oberflächlich gestreift wird und die Action nicht allzu viele Schauwerte liefert. Obgleich es nur selten wirklich spannend zur Sache geht, unterhält der Genremix, schon aufgrund der herrlich abstrusen Kernidee und einer sympathischen Hauptfigur sehr gut, wobei die leichtfüßige erste Hälfte deutlich mehr Laune macht.
7 von 10