Geheimdienst-Ass Ben riskiert jeden Tag sein Leben. Aber der Job ist mies bezahlt. Ben kann nicht einmal den Anwalt bezahlen, der das Sorgerecht für seine Tochter erstreiten soll. Da erhält der Agent ein lukratives Angebot: Für eine Million Mark soll er das Sicherheitssystem des Rüstungs-Magnaten Otto Hardenberg knacken.
Richtig gute Thriller aus Deutschland gibt es ja nun nicht gerade wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. In die Kategorie Durchschnitt gehört dann auch Kalkuliertes Riskio, das zwar unterhalten kann, aber nicht mehr als doch biedere Krimikost bietet.
Um unseren Protagonisten Ben Wildmann erstmal vorzustellen, darf dieser im Prolog zunächst mal ein Bombenattentat auf irgendein amerikanisches Gebäude vereiteln und nicht nur das, den Attentäter jagt er kompromißlos dazu mit seiner eigenen Bombe selbst in Luft (sogenannte Peacemaker haben in Deutschland offensichtlich sogar die Lizenz zum töten, man lernt nie aus). Sein Privatleben allerdings ist ein ziemliches Chaos, um seine kleine Tochter regelmäßig sehen zu können nimmt er einen mehr als ominösen Auftrag einer Mega-Holding-Company an, um deren Sicherheitssystem zu testen. Allerdings entpuppt sich das als böse Falle, denn plötzlich ist der Cheffe tot und Ben der Topverdächtige.
Kalkuliertes Risiko hat aber doch einige spannende Sequenzen zu bieten. Der Einbruch in die Firma wird sehr ausführlich gezeigt und sieht auch optisch gut aus. Dazu kommen noch die Krimifragen, wer denn wirklich hinter dem ganzen steckt und welcher Verräter aus den eigenen Reihen sich hinter dem Decknamen "M" verbirgt (nein, es ist nicht der englische Amtskollege aus den Bond Filmen). Die Spannung wird routiniert und sauber aufgebaut, allerdings ohne ganz große Höhepunkte, so in etwa auf Tatort Niveau. Es gibt zwar ein paar Shootouts und sogar die dicke Explosion am Anfang, aber nichts was man nicht schon zigmal gesehen hätte.
Die zweite Hälfte des Films befaßt sich dann mit den erschwerten Ermittlungen des Sündenbocks. Nicht mal guten Freunden und langjährigen Kollegen kann man noch trauen, lediglich in einer Malerin und Hobbydemonstantin findet er eine Vertrauensperson. Die übliche Love Story wird dabei aber erfreulich kurz gehalten. Die Auflösung dageben ist wieder recht clever gestaltet, alle Parteien tricksen sich genseitig öfter auf, aber am Ende hat natürlich das Gute die Nase vorn und wir müssen ja noch den menschelnden Subplot mit Bens Tochter zu einem befriedigenden Ende führen.
Kalkuliertes Risiko spielt sich insgesamt recht flott dahin, die soliden Darsteller lassen keine Schwächen aufkommen, aber mehr als gutes Mittelmaß ist dabei aber nicht entstanden. Zumindest gibt es ein wenig Abwechslung vom US-Einerlei.
6/10