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iHaveCNit: The Promise (2017)

Im letzten Jahr um diese Zeit kamen eine Reihe Trailer, die meine künftigen Kinobesuche beeinflusst haben. Dazu gehörte auch „The Promise“, der mir zuerst durch die Partizipation von Christian Bale und Oscar Isaac und dem sehr interessanten Thema zugesagt hat. Im Angesicht der aktuellen, politischen und brisanten Beziehung zwischen der Türkei und Deutschland ist der Film in meinen Augen genau zur richtigen Zeit produziert und veröffentlicht worden. Auch wenn er natürlich einige Versprechen nicht einlösen kann.

Der armenische Pharmazeut Michael reist nach Konstantinopel in den letzten Tagen des osmanischen Reichs um für den Berufsstand des Arztes Medizin zu studieren. Dabei lernt der den amerikanischen Journalisten Chris Myers und dessen künstlerisch begabte Partnerin Ana kennen, die ebenfalls armenische Wurzeln hat. Beide verlieben sich ineinander, werden aber durch die Verfolgung der Türken voneinander getrennt und müssen nun überleben, um sich wiederzusehen.

Ich finde es wichtig, dass man in historischen Filmen wichtige Themen aufarbeitet und da gehört der bis dato von der türkischen Regierung geleugnete Genozid an der armenischen Bevölkerung auch dazu. The Promise ist ein sehr ambitioniertes Herzensprojekt des bereits verstorbenen Armeniers Kirk Kerkorian, der den „Hotel Ruanda“-Regisseur Terry George mit dessen sehr kompetenten Regie betraut hat. Allgemein ist der Film in Ausstattung, Bildern, Musik und gewisser historischer Genauigkeit extrem atmosphärisch und lässt einen regelrecht in diese Zeit zurückreisen und die Ereignisse mitfühlen. Darstellerisch ist mit Christian Bale, Oscar Isaac und auch Charlotte Le Bon für eine gute Arbeit auf dieser Seite gesorgt. „Notwendige Unausgewogenheit“ - Das ist natürlich auch hier der Fall, wenn sich die Handlung um wichtige geschichtliche Stationen auch um die Liebesgeschichte dreht und manche Klischees nicht vollends umschifft werden können. Für „The Promise“ ist es Fluch und Segen zugleich, dass dieser Film den Anfang macht, filmisch den Genozid zu verarbeiten. Er ist streckenweise überambitioniert und will uns zuviel unterschiedliche Themen vermitteln und verarbeitet gewollt/ungewollt auch durch Kleinigkeiten brandaktuelle Themen wie Flüchtlingskrisen, die Verhaftung/Ausgrenzung von Leuten wie Can Dündar, Deniz Yücel und auch Peter Steudtner. Ich mache dem Film aber in dieser Sache keinen Vorwurf, keinen klaren Fokus zu haben. Ich freue mich jedenfalls, dass Capelight Pictures als deutscher Verleih trotz der brisanten politischen Beziehung von Deutschland zur Türkei den Mut aufgebracht hat, den Film in ihr Programm aufzunehmen und in die deutschen Kinos zu bringen. Ich glaube es ist schon bezeichnend, was eine türkische Regierung von dem Film hält, indem man in der internationalen Veröffentlichungsphase des Films Internettrolle Negativwertungen und Schmähkritiken hat lancieren lassen, um dem Film zu schaden. Wenn ein Land wie die Türkei einen solchen nationalsozialistischen Genozid leugnet, der auch später eine Inspiration für Adolf Hitler für den Holocaust gewesen ist, sollte sich ein türkischer Präsident mit „Nazivergleichen“ gegenüber Deutschland hüten. Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen und ich hoffe mal, dass dieser Film nun den Weg ebnet, auch genau dieses Kapitel der Geschichte filmisch verarbeiten zu können.

„The Promise“ - My First Look – 7/10 Punkte.

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