Ich dachte zunächst The Sailor Who Fell from Grace with the Sea sei ein Psychothriller. Deswegen hatte ich ihn mir angesehen. Die Bezeichnung Psychodrama trifft es wohl eher. Denn spannend ist The Sailor Who Fell from Grace with the Sea wirklich nicht besonders. Ich kann gut verstehen, wenn Leute sagen The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ist total langweilig oder langatmig. Mich hat er aber dennoch gefesselt und ich fand ihn gut.
Der deutsche Titel Der Weg allen Fleisches ist mal wieder total schlecht ausgewählt. Ich weiß nicht wie die Person, die sich diesen Titel ausgedacht hat darauf kommt. Bei Der Weg allen Fleisches denkt man an einen Kannibalenfilm oder so, ich zumindest. Cannibal Ferox und der hier sind aber grundverschieden wie es schlimmer gar nicht mehr sein kann. The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ist ein Psychodrama. Es gibt nichts das annährend auch nur einbisschen nach Gore aussieht und der Bodycount beträgt hier genau einen Toten im ganzen Film.
In Sachen Plot ist The Sailor Who Fell from Grace with the Sea mal was wirklich anderes. Ich glaube The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ist sowieso einmalig. Es gibt wohl keinen Film den man mit diesem hier vergleichen kann, zumindest kenne ich keinen. Die Story ist auch noch nie dagewesen. Wenn man genauer hinsieht ist sie totaler Schwachsinn, aber darüber kann man hier wohl hinweg sehen.
Worum gehts in The Sailor Who Fell from Grace with the Sea? Im Grunde gehts um ein paar Kids. Diese haben einen Club gegründet. Erst mal ist das ja nix schlimmes. Allerdings ist der Club eine äußerst fragwürdige Angelegenheit. Diese Kids haben nämlich ihren Obermacker, und der ist ein kleiner Rassist und Sadist und außerdem ist er frühreif. Das bedeutet, dass er die anderen Kinder mit interlektuellen Reden zuschüttet und die anderen armen Kinder werden vollkommen beeinflusst und können gar nichts dagegen tun. Es bleibt allerdings nicht bei Reden. Denn als sich die geschiedene Mutter des einen in einen Seemann verliebt und dieser eigentlich nette Seemann unserem, ich nenne es mal bösen, Obermacker nicht passt, da planen die Kids ihn umzubringen....
Das Ganze ist gut gespielt. Ich habe Kris Kristofferson erst gar nicht erkannt. Er spielt den Seemann und er war noch etwas jünger als heute, der Film ist ja auch aus den 70ern. Wenn ich mir da heute mal Blade oder Payback mit Mel Gibson, in dem er ja auch mitgespielt hat, angucke sieht er da schon einwenig älter aus. Kein Wunder, es sind ja auch schon über 30 Jahre vergangen. Naja, jedenfalls spielt er hier den Seemann der sich in die Mutter eines der sadistischen Kids, um die es geht, verliebt. Den Seemann bringt Kris Kristofferson gut und glaubhaft rüber. Den Darstellern kann man nicht negatives anmerken. Besonders die Kids hier haben keine leichte Rolle, machen das aber gut. Unser Obersadist hat eine besonders schwere Rolle. Er ist, wie ja auch schon erwähnt, frühreif. Er redet wie ein erwachsener Interlektueller, nur das was er sagt halt sadistisch und teils derbst rassistisch ist. Teils macht der seine Sache so gut, dass der Zuschauer sich ernsthaft fragt, ob mit dem Kleinen wirklich alles in Ordnung ist, ich meine natürlich in Wirklichkeit. Im Film ist mit seiner Person überhaupt gar nichts in Ordnung. Man denkt, man hat hier einen kleinen Adolf Hitler vor sich, um es mal etwas sehr krass auszudrücken. Ein paar Mal konnte ich da wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Der redet davon, dass die Katzen total verweichlicht sind und das Jagen verlernt haben. Der hat echt Probleme... Es gibt noch mehr solcher rassistischen Klamotten, diese möchte ich jetzt aber mal nicht noch alle wiedergeben. Es ist ja auch nur ein Film. The Sailor Who Fell from Grace with the Sea hat keine einzige Gewalt oder Sexszene, die die 18er Freigabe hier rechtfertigen würde. Meine Vermutung ist, dass der Film seine fehlende Jugendfreigabe aufgrund dieser rassistischen Äußerungen bekommen hat. So ganz nachvollziehen kann ich ja nicht, was dieser ganze Rassismus sollte, ich weiß es nicht, aber darüber sehe ich mal einfach hinweg. Das hatte bestimmt einen Sinn und Zweck, aber das habe ich wohl nicht gecheckt, naja egal.
Eigentlich ist The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ein Superfilm. Die Story ist vielleicht nicht besonders innovativ, dafür aber mal was neues und was anderes. Ich konnte ihn super gut angucken und ich fand ihn nicht langweilig. Man sollte aber wissen, dass das Tempo dieses Films praktisch gleich null ist und eigentlich sozusagen gar nichts passiert, nicht mal am Ende. Deshalb ist The Sailor Who Fell from Grace with the Sea auch ein Psychodrama und kein Psychothriller, was ich zunächst dachte. Die meisten werden sich wohl langweilen, ich langweilte mich nicht. The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ist ein Psychodrama und genug gute Dramatik bietet er definitiv. Die Darsteller überzeugen allesamt, der sadistische Knirps spielt vielleicht sogar einbisschen zu gut.
Eigentlich ist The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ja ein richtig guter Film. Zwei Sachen haben mich aber doch gestört. Zum einen hat der Film keine wirkliche tiefgründige Aussage. Erstmal sieht es so aus als würde das Ende was bedeuten. Der Seemann ist tot, die Kinder haben ihn umgebracht, was soll das wohl bedeuten? Tja, gute Frage. Ich habe über den Film nachgedacht, aber im Endeffekt sucht man dann doch vergeblich nach irgendeiner Aussage. Tja, hier war wohl kein zweiter David Lynch am Werk...
Dann sind da noch diese rassistischen Äußerungen die ich oben erwähnte. Die fand ich auch nicht gut, muss ich ja sagen, vor allem da ich den Sinn dieser Aussagen hier nicht verstehe. Aber The Sailor Who Fell from Grace with the Sea ist ja auch nur ein Film, von daher.
Fazit: Tja, eigentlich ein supergutes Psychodrama, bei dem ich nur die Aussage vermisste und der Rassismus hat mich auch gestört, aber sonst ein super Film. Ich ziehe von den eigentlichen 8 Punkten die ich geben wollte einen Punkt ab, wegen dem was mich gestört hat und komme somit auf 7 Punkte. 7 Punkte für einen guten Film.