kurz angerissen*
Eine Binsenweisheit: Je deplatzierter ein Monster beim Eingriff in die Filmhandlung erscheint und je unerklärlicher seine Anwesenheit ist, desto wahrscheinlicher handelt es sich um eine Allegorie für etwas. Wenn der Hauptschauplatz dann auch noch regelmäßig für Rückblenden verlassen wird, in denen familiäre Probleme thematisiert werden, bleibt eine simple Rechnung übrig: Das Monster, manifestiert als haarloses, zähnefletschendes Raubtier, ist die dicke Luft zwischen Mutter und Tochter.
Man wird das Gefühl nicht los, Bryan Beltino eifert der metaphorischen Kraft von Gareth Edwards Indie-Erfolg „Monsters“ nach, legt die Linse im Gegensatz zu diesem aber direkter auf sein Objekt und verzichtet somit auf eine mystische Komponente: Obwohl man nie genau weiß, was diese Kreatur ist und wie es sie in der Nacht auf eine Waldstraße verschlägt, erweist sich die Regieführung als sehr unmittelbar und physisch – so sehr, dass die vielen Close Ups den Blick auf das Ganze versperren und die absonderliche, aber nie übernatürlich wirkende Gestalt doch wieder körperlos erscheinen lassen.
Es ist vergleichsweise leicht, sich bei Kritikern mit einem solchen Konzept Lorbeeren abzuholen. Ein wenig zu einfach macht es sich der Regisseur und Autor aber doch. Aus der Perspektive eines psychologischen Horrorfilms – diese muss man nach „The Strangers“ wohl zwangsläufig anwenden – funktioniert „The Monster“ nur teilweise. Das reduzierte Setting wirkt unzureichend, das Suspense-Potenzial wird nur streckenweise ausgenutzt. Vor allem aber fehlt die spürbare Verknüpfung der Ereignisse mit den Rückblenden.
Das mag nun negativer klingen als es gedacht ist; schließlich liefern die Hauptdarstellerinnen eine gute Leistung im Kampf gegen das Monster, das trotz seiner eher einfach gestrickten Verwendung als Metapher nicht ganz uninteressant bleibt. Aber selbst auf verregneten Waldstraßen hat sich schon Interessanteres abgespielt.
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