Cover und Trailer von „Bleeding Hearts“ sprechen mal wieder eine komplett andere Sprache als das Drama von Autorin und Regisseurin Diane Bell letztlich ist, denn die Ruhe vor dem Sturm durchzieht nahezu den kompletten Streifen.
Yoga-Lehrerin May (Jessica Biel), die als Kind adoptiert wurde, erfährt durch einen Privatdetektiv, dass sie eine Halbschwester hat, welche sie sogleich aufsucht. Shiva (Zosia Mamet) arbeitet als Prostituierte und leidet unter dem Terror ihres Freundes Cody (Joe Anderson) und May ist fest entschlossen, sie aus diesem Umfeld herauszuholen…
Die Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Schwestern findet nie einen richtigen Schwerpunkt. Vor allem setzt sie zu wenig auf Konfrontationen, welche unweigerlich entstehen müssten, wenn White Trash auf Mittelklasse trifft, Abhängigkeit auf Emanzipation, Unrast auf innere Ruhe. Das ist weder witzig noch sonderlich emotional verpackt, die Handlung plätschert nahezu ohne jegliche Spannung vor sich hin.
Dabei hätte die Figur des unberechenbaren, cholerischen Cody weitaus mehr Potential gehabt. Doch der spielt bis auf die letzten zehn Minuten kaum eine aktive Rolle und kommt als austauschbare Klischeefigur daher. Nur ansatzweise schimmern Motive für die Abhängigkeit durch, während Mays Beweggründe, ihrer eigentlich fremden Schwester aus der Patsche zu helfen mehr oder minder im Verborgenen bleiben.
Die beiden überzeugenden Darstellerinnen, deren Zusammenspiel durchaus eine gewisse Chemie aufweist, kann das farblose Treiben kaum aufwerten, obgleich primär Biel mit einigen Nuancen überrascht. Auch die finalen Minuten, die sich relativ ruppig zu einem Thriller wandeln, wollen nicht so recht zu Vorgeschehen passen und scheinen eher ein Zugeständnis an diejenigen zu sein, die von Beginn an etwas mehr Spannung erwartet hätten.
Unterm Strich wirkt der Streifen in allen Belangen halbherzig, - da blutet höchstens das Herz des enttäuschten Zuschauers…
3,5 von 10