Die Ausgangsidee könnte glatt von einem Trumpeltier stammen, doch hinter dem B-Filmchen mit fragwürdigen moralischen Ansätzen verbirgt sich Regisseur Mike Norris. Der wiederum ist der Sohn von Legende Chuck (der ein A4-Blatt so falten kann, dass daraus A3 entsteht), welcher ebenfalls merkwürdige politische Interessen verfolgt. Nach dem Motto „Make America great again“ entstand ein Werk, dessen Logik man besser nicht näher durchleuchtet.
Soldat Brendan ahnt noch im Trainingscamp, dass der Besuch eines UN-Fahrzeugs ein böses Vorzeichen für den Ernstfall sein könnte. Kurz darauf kommt es zu einem EMP-Anschlag, woraufhin der Strom in der gesamten amerikanischen Nordhälfte ausfällt. Brendan begibt sich auf den Weg zu seiner Familie, die bereits Vorkehrungen für den Super-Gau getroffen hat…
Prinzipiell sorgen parallel ablaufende Handlungsstränge für Tempo und Abwechslung, - in diesem Fall stiften sie dreißig Minuten Wirrwarr um nichts, denn das politische Motiv hinter dem Anschlag ist völlig aus der Luft gegriffen, während die Familienmitglieder trotz zwischenmenschlicher Töne reichlich austauschbar daherkommen.
Von Action ist im ersten Drittel rein gar nichts zu sehen.
Als Brandon vor seinen Vorgesetzten flieht, ist zumindest ein wenig Dampf dahinter, ein Intermezzo mit kurzen Kampfeinlagen sogar solide inszeniert, doch die ständigen Zwischenschritte auf eine Art Familienfestung mit Faradaykäfig nehmen in regelmäßigen Abständen Drive heraus. Zudem gesellen sich vielzählige Logiklöcher und Unwahrscheinlichkeiten wie das Verhalten eines UN-Oberhaupts in Dubai, die Treffsicherheit eines Obersts oder das taktisch dösige Verhalten der Bösewichte hinzu.
Immerhin kommen noch zwei Hubschrauber zum Einsatz, allerdings auch dadurch bedingt, dass Autor und Nebendarsteller Gary Heavin einen besitzt und diesen final ein wenig zur Schau stellen wollte. Ansonsten dominieren recht billige Explosionen aus dem Rechner, eine Szene vom zerstörten Chicago könnte auch aus einem gänzlich anderen Film stammen, während bekannte Gesichter wie Dina Meyer, Diane Ladd und AnnaLynne McCord die Chose kaum aufwerten können.
Es tendiert in Richtung Syfy und Asylum was Mike Norris mit seinem Actioner abliefert.
Die Optik gleicht maximal gängigem TV-Niveau, der Score geht völlig unter und Humor ist den Machern offenbar ebenfalls fremd. Das ordentliche Tempo während der zweiten Hälfte kaschiert noch ein wenig, doch Amerikas Untergang sieht hier nicht nur hanebüchen, sondern überwiegend minimalistisch aus.
Knapp
4 von 10