Review
von Leimbacher-Mario
Bodom & Gomorrha
Eine der gruseligsten und berühmtesten finnischen Horrorgeschichten ist die, um die Morde am Bodom See. Ungeklärt, mysteriös, brutal. "Lake Bodom" erzählt diese Geschichte... nicht. Viel mehr wird in dem wendungsreichen Slasher im Hier und Heute von vier weiteren Campern erzählt, die sehr wohl vertraut sind mit der schaurigen Legende rund um den See des Grauens und die schnell erkennen müssen, dass der Mythos ihnen vielleicht näher geht, als ihre bösesten Alpträume es hätten vorausdeuten können...
"Lake Bodom" nähert sich dem Mythos Bodomsee verzweigt, manchmal recht clever und mehrdeutig. Schade nur, dass er in Sachen Slasher ziemlich versagt. Oder zumindest blass bleibt. Und das wäre sein tägliches Brot gewesen. Die Atmosphäre ist durchaus griffig, neblig, dunkel und ein paar Bilder sind Horrorhochglanz vom Feinsten. Da guckt manch ein Hollywoodremake blöd. Zudem pumpt ein frischer Retroscore durch die Boxen und die Bezüge und Denkansätze zu den wahren Ereignissen machen Lust auf mehr. Leider steht sich der Rest des blutigen Campingausflugs selbst im Weg. Dem Bodycount wird gar keine Chance gegeben zu steigen, die Kills bleiben belanglos und die vier wichtigen Figuren sind ärgerlich unsympathisch und einem schnell egal. So werden selbst knapp über 80 Minuten manchmal zäh. Erst recht wenn die Twists nur halb so clever und ein Viertel so überraschend sind, wie sie meinen zu sein. Das ist kein Aushängeschild für finnischen Horror.
Fazit: Lässt dieser finnische Slasher die Fans des Genres ein Zelt aufschlagen? Eher nein. Chaos im Camp Is'-Egal Lake. Zwischen Fakt, Fiktion und Schwachsinn. Magerkost mit netter Optik. Gähn.