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Im Horrorbereich scheint eine kleine Nostalgiewelle anzurollen, denn in Zeiten überstrapazierter Computereffekte wächst offenbar der Wunsch nach Handgemachtem.
Insofern beweist das Regieduo Gillespie und Kostanski ein sicheres Händchen fürs Handwerkliche, denn in Sachen Make-up und Art Direction konnten beide bereits einige Erfahrungen sammeln und bei ihrer 80er Hommage mal so richtig klotzen. Allerdings hapert es massiv an einer überzeugenden Story.

Als der Polizist David während seiner Nachtschicht einen verletzten Mann findet, bringt er ihn ins nahe gelegene Krankenhaus, welches nach einem Brand eigentlich schon längst geräumt sein sollte. Kurz nach ihrer Ankunft blockieren bewaffnete Kuttenträger das Gebäude, in dem sich tief im Untergeschoss noch weitaus gruseligere Dinge ereignen…

Man könnte eine ellenlange List von Inspirationen auflisten, wobei „Hellraiser“ in mehrerlei Hinsicht Parallelen aufweist, auch Regisseure wie Cronenberg, Carpenter und Fulci standen deutlich Pate. Auf atmosphärischer Ebene fühlt man sich indes an „Silent Hill“ erinnert, denn stimmungsmäßig geht es von vornherein sehr düster und schäbig zu, es gibt einige recht bedrückende Momente und einige, die schon früh ins Surreale abdriften, wobei die Geschichte bis zu einer bestimmten Phase noch nachvollziehbar ist und mit spannenden Einlagen aufwartet.

Die Figurenzeichnungen fallen zwar ein wenig oberflächlich aus, doch aufgrund der flotten Erzählweise und den vielen Fragezeichen hinter einigen Begebenheiten fällt dies zunächst nicht sonderlich ins Gewicht. Zudem kaschieren die regelmäßig eingestreuten Highlights in Form einiger Mutanten so manche Schwachstelle des Drehbuchs, denn die handgemachten Monster, teils mit Tentakeln, teils als Klumpatsch, können sich durch die Bank sehen lassen. Die an Lovecraft erinnernden Ausgeburten sorgen für einige klatschnasse Gewalteinlagen vom Kehlenschnitt über abgezogene Gesichtshaut bis zur Messerklinge in der Augenhöhle und auch der Schleimfaktor kommt nicht zu kurz.

Leider gerät die Erzählung zusehends verworrener und zusammenhangloser. Zwar kommt es immer wieder zu Anspielungen auf Genreklassiker, doch eine klare dramaturgische Linie ist im letzten Drittel kaum mehr vorhanden. Motive und Beweggründe werden immer abstruser und selbst mit viel Interpretationsfreudigkeit kristallisiert sich letztlich kein wirklicher Sinn des Ganzen heraus.

So bleibt es unterm Strich ein Film für Nostalgiker und Entdecker von Genreversatzstücken, dem es an einer durchdachten Geschichte mangelt, welche zu Beginn noch ordentlich Atmosphäre und Spannung versprüht und ab dem Mittelteil zusehends ins Bodenlose abdriftet.
Belagerung, Besessenheit, Verwandlung, Reinkarnation, Unendlichkeit, - deutlich zuviel für Leute, die tolle Kreaturen zum Leben erwecken, aber nicht so schlüssige Storys zusammenkriegen.
5,5 von 10

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